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Zwischenseminar in Hermanus

Observatory. Neben den interessanten Lerneinheiten bot uns das Zwischenseminar auch noch jede Menge Spaß.

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Meine Organisation hat uns beim Vorbereitungsseminar erzählt, dass unser Zwischenseminar höchstwahrscheinlich im Februar stattfinden wird. Danach haben meine Mama und meine Schwester gebucht. Als ich in Südafrika angekommen bin wurde uns gesagt, dass das Seminar im März stattfindet. Das bedeutet, dass das Zwischenseminar genau in der Zeit ist, wenn meine Mutter und meine Schwester mich besuchen kommen. Da mir meine Familie sehr wichtig ist, habe ich meine Mentorin gefragt, ob ich eventuell an einem anderen Seminar von einer anderen Organisation teilnehmen darf. Sie gab mir eine positive Antwort zurück, sodass ich mehrere Organisationen angeschrieben und gefragt habe, ob ich an deren Seminar teilnehmen könnte. Das hat dann letzte Sekunde auch noch geklappt. Ich hätte auch sehr gerne am Zwischenseminar von meiner Organisation teilgenommen, weil ich mich mit einigen der Freiwilligen, die nicht in Kapstadt sind, sehr gut angefreundet habe, aber meine Familie ging für mich vor.

Am 25.01. wurde ich von Thole, einem Freund von mir, zum Seminar mitgenommen, da er das Auto seines Projektes bekommen hat. Ich war etwas aufgeregt, da ich die meisten Freiwilligen nicht kannte und ich nicht wusste, wie sie mich aufnehmen werden. Wenn ich mich recht erinnere haben wir am ersten Tag nur Spiele zum Kennenlernen gespielt und von unseren Projekten erzählt. Die Sorge, dass ich eventuell nicht gut aufgenommen werde, verflog nach ein paar Minuten. Auf dem Seminar mussten wir alle selbst kochen und abwaschen, daher haben wir am ersten Tag noch einen großen Einkauf gemacht und später zu viert gekocht. Am nächsten Tag haben wir alle ein großes Blatt Papier bekommen, das wir bemalen sollten. Und zwar sollte aus diesem Blatt Papier hervorgehen, was wir in den letzten Monaten in Südafrika alles erlebt haben. Ich glaube, fast jeder hat um die dreißig bis vierzig Minuten von seinem Projekt und seinem Leben hier erzählt und ich dachte die ganze Zeit, dass ich bestimmt nur zehn Minuten erzählen werde. Aber letztendlich habe ich auch soviel zu erzählen gehabt und irgendwie hat es mir auch gut getan nochmal über Mozambique zu reden, weil mich das zuvor noch sehr belastet hat und es war sehr interessant von den Erfahrungen der anderen zu hören. Abends saßen wir immer alle zusammen und haben uns weiter ausgetauscht. Am 27.01 sind wir in ein Gebiet gefahren, in dem man Spiele in der freien Natur zusammen lösen musste. Nachdem wir die Spiele meistens erfolgreich gemeistert haben, sind wir noch mit mehreren Seilbahnen durch den Wald geflogen. Am vorletzten Tag kam uns ein ehemaliger Gefangener besuchen, der zehn Jahre im Gefängnis war, dort Musik studiert und andere Gefangene in Musik und das „AVP Programm“ unterrichtet hat. Wir waren alle teilweise von seinen Geschichten völlig fassungslos und geschockt. Den ganzen Tag haben wir Übungen gemacht, die er auch mit den Gefangenen durchspielt. Der Tag hat mir unglaublich gut gefallen und ich habe von dem Ex-Gefangenen unglaublich viel gelernt und ich hoffe, dass ich seine Methoden, wie die „I Message“, auch noch in fünfzig Jahren anwenden werde. Er hat uns am Ende sogar angeboten einen Tag mit ins Gefängnis zu nehmen, was wir alle sofort begrüßt haben. Am letzten Abend sind wir mit Pizza für alle an den Strand gefahren und haben noch ein Fußballturnier gestartet bevor es am nächsten Tag mit kleinen Übungen für die Zukunft weiterging.

Das Seminar hat mir sehr gut gefallen und das Schönste ist, dass ich dort Freiwillige kennengelernt habe, die auch in Kapstadt leben. Gestern zum Beispiel haben wir uns wieder getroffen und sind zum Strand und deren Projekt (Deutsche Schule Kapstadt) gefahren und nächstes Wochenende wollen wir uns zusammen den Sonnenuntergang auf dem Tafelberg anschauen. 

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Artikel vom 06.02.12 - 18:09 Uhr
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