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Zuhause im Glück

Observatory. Es kann hier nicht alles so sein wie Zuhause, aber das ist auch gut so.

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Da ich jetzt schon einige Male über mein Projekt berichtet habe, möchte ich diesmal gerne etwas über meine WG und das Leben hier erzählen.

Mit meiner Zimmernachbarin Debby verstehe ich mich, auch nach eineinhalb Monaten, noch immer überraschend gut. Seit ich vier Jahre alt bin muss ich mir schon kein Zimmer mehr teilen, daher bin ich anfangs davon ausgegangen, dass es bestimmt nicht leicht werden wird und da wir beide Mädels sind, erst recht nicht. Aber bislang haben wir uns nicht einmal angezickt oder gestritten, was sehr angenehm ist.

Auch mit den anderen Mitbewohnern verstehe ich mich sehr gut. Jeder hat zwar andere Verhaltensweisen und seine Eigenarten, an die man sich manchmal erst noch gewöhnen muss, aber bis jetzt kann ich mich noch nicht wirklich beschweren.  

Einmal im Monat, an einem Sonntag, kochen wir alle zusammen Etwas aus unserem Heimatland. Jedes Mal schmeckt alles unheimlich gut und man ist gespannt, was es wohl diesmal wieder Schönes geben wird. Beim ersten Kochabend habe ich meinem Mitbewohner Jerrick beim kochen geholfen, da ich unbedingt lernen wollte, wie man afrikanisch kocht. Mein Part war es, einen Teig auseinander zu rollen. Ich dachte mir, dass es sicher einfach sein würde, doch das war es nicht. Ich musste den Teig immer wieder erneut kneten und ausrollen, weil es, warum auch immer, nicht 100% perfekt auseinandergerollt war. Einmal ließ er mich ein Stück Teig ganze drei Mal neu kneten und auseinanderrollen. Irgendwann habe ich damit aufgehört und mich weiter mit meinen Kartoffelpuffer beschäftigt, weil das auseinanderrollen absolut keinen Spaß mehr gemacht hat. Unsere Kartoffelpuffer mit Apfelmus waren zwar lecker, aber sahen nicht wirklich wie die Kartoffelpuffer von Oma aus, sondern sind total auseinander gefallen. Omas machen halt immer noch die Besten Kartoffelpuffer.

Was mir hier nicht so gut gefällt ist, dass wir keine Geschirrspülmaschine haben. Die Geschirrspülmaschine ist ein Luxus, den ich absolut nicht missen möchte, wie ich gestehen muss. Wir haben einen Abwaschplan entworfen, der jedoch leider nicht funktionierte. Zurzeit sind wir zehn Personen und Jeder sollte an einem bestimmten Tag das Geschirr von Allen abwaschen. Einige haben sich jedoch nicht daran gehalten, sodass ein neuer Plan herhalten musste. Jeder soll sein eigenes Geschirr abwaschen und bis jetzt muss ich sagen, machen es auch alle Mitbewohner mit Vergnügen.

Die Sauberkeit hier lässt manchmal auch ein wenig zu wünschen übrig, besonders in Bad, aber ich denke, dass man in einem Zehnerhaus nichts anderes erwarten kann, wenn die Putzfrau nur einmal die Woche kommt.

Aber es ist sehr schön, dass man hier Dinge zu schätzen lernt.

 

 

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Artikel vom 03.11.11 - 07:26 Uhr
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