Observatory. Rund um glücklich in meinem Projekt.
Ich fühle mich bei Dance for All immer noch sehr wohl. Ich verstehe mich mit allen super gut und kann zu jedem hingehen, falls ich mal etwas auf dem Herzen haben sollte. In Deutschland rufe ich immer meine Oma an oder frage meine Mutter, wenn ich mir ein Kleidungsstück versaut habe und ich nicht weiß, wie ich das Malheur wieder beheben kann. In Südafrika wende ich mich an die Putzfrau meines Projektes. In meinen ersten Wochen, hier in Kapstadt, hat unsere Waschmaschine meine weiße Wäsche blau gefärbt. Unsere Waschmaschine wäscht nur kalt, daher habe ich weiße, bunte und schwarze Wäsche zusammengetan, weil ich dachte, dass sich die Farbe in kaltem Wasser nicht großartig löst. Nach fünfzig Minuten war das Resultat dann aber hellblaue, bunte und schwarze Wäsche. Ich bin dann in verschiedenen Shops gegangen, um nach einem Entfärbemittel zu fragen. Ich konnte aber nicht wirklich etwas finden, sodass ich dann die Putzfrau um Rat gebeten habe. Sie hat mir dann gleich verraten, dass ich doch Domestos verwenden soll. Sie hat mir eine kleine Flasche abgefüllt und es hat auch glücklicherweise prima funktioniert. Außerdem wird bei uns viel gelacht und gescherzt. Ein Lehrer von uns ist eine kleine Dramaqueen, daher fang ich schon immer an zu lachen, wenn er nur in den Raum kommt. Er checkt jeden Tag, was ich heute schon wieder leckeres esse und dann bekomme ich Kommentare wie „Lisa, you´re eating the whole day – you´re bum is getting fat“. Aber ich nehme es mit Humor und antworte mit einem ebenfalls blöden Kommentar. Und mit Hope, Nobuntu, Lorraine und Thulisile (alles Lehrer bei Dance for All) gibt es eh immer viel zu lachen und zu erzählen. Die vier wohnen auch zusammen im Township Guguletu und sind miteinander verwandt. Zu denen würde ich auch liebend gerne für ein paar Monate ziehen, aber ob das klappen wird, weiß ich noch nicht.
Heute (16.02.2012) werde ich nach Barrydale fahren und dort für drei Wochen zu bleiben, um zu unterrichten. Ich werde dort auch fahren müssen, weil die Lehrerin aus Holland kommt und keinen internationalen Führerschein hat. Das wird sicher ein Abenteuer, weil ich absolut nicht die beste Fahrerin bin und man dazu auch noch links fahren muss. Ich freue mich eigentlich sehr nach Barrydale zu fahren und in dem Haus meines Chefs zu wohnen. Dann muss ich mich nämlich nicht mehr über dreckiges Geschirr und Kakerlaken ärgern. Andererseits ist es gerade so schön mit den Kindern in Khayelitsha und es macht mir soviel Spaß, dass ich am Liebsten hier bleiben und die Kleinen weiter unterrichten möchte. Vor allem ein kleines 4 jähriges Mädchen, die mir am Dienstag zum Abschied einen Kussmund hingestreckt hat, werde ich sicher vermissen.
Aber in Barrydale warten sicher auch ganz viele und tolle Kinder auf mich.
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