Nelspruit. Gastfreundschaft wird in Südafrika groß geschrieben.
In einem Artikel, der jetzt schon ein bisschen zurückliegt, hatte ich erzählt, dass ich im Dezember höchstwahrscheinlich mit einem Tänzer nach Namibia fahren werde, da er mich gleich am zweiten Tag zu sich nach Hause eingeladen hat. Ich wusste schon vorher, dass man sich nicht immer auf die Menschen hier verlassen kann. Diese Erfahrung habe ich jetzt selbst machen dürfen, denn der Tänzer hat es nie geschafft mit seiner Mutter über meinen Besuch zu sprechen. Er hatte ständig Ausreden für mich parat, wie zum Beispiel: „Ich habe kein Guthaben mehr auf meinem Handy, daher kann ich meine Mutter in Namibia nicht anrufen.“, und das bekam ich über Wochen zu hören und auch noch andere Dinge, die jedoch nicht erzählenswert sind. Ich habe mich dann gegen die Reise nach Namibia entschieden, weil mir die ständigen Ausreden allmählich auf die Nerven gegangen sind. Und das war die beste Entscheidung, die ich machen konnte. Es bot sich nämlich die Chance, andere Freiwillige in Pretoria und Parys zu besuchen und mit denen herumzureisen. Unser erstes Ziel war Nelspruit. Nelspruit liegt in Mpumalanga, welche eine Provinz Südafrikas ist. Hier konnten wir bei einer südafrikanischen Familie unterkommen, die meine Freunde vorher auf einem Geburtstag kennengelernt haben. Die Autofahrt von Pretoria nach Nelspruit dauerte gut drei Stunden. Auf dem Weg haben wir bei einem Fastfood Restaurant haltgemacht, um Burger mit Ausblick auf Strauße, Nashörner und Büffel genießen zu können. In Nelspruit angekommen, wurden wir von der gewaltigen Hitze überrascht. Unsere „Gastfamilie“ hat ein wunderschönes Anwesen an einem Fluss, indem manchmal Krokodile und Nilpferde zu sehen sind, da es sich um denselben Fluss handelt, der auch durch den Krüger Nationalpark führt. Aber zum Glück haben Sie auch einen Pool, in den wir schon morgens um 6.30 Uhr reingesprungen sind, um uns abzukühlen. Am Dienstag sind wir bei über 40°C in den Krüger Nationalpark gefahren, um uns die Tiere anzuschauen. Ich habe mich wie ein kleines Kind gefühlt, als ich die Elefanten, Zebras, Nilpferde, Krokodile und Giraffen gesehen habe. Für mich war es atemberaubend, die wilden Tiere in freier Natur sehen und bestaunen zu können. Aber dieser Tag war auch sehr anstrengend, da ich das Wetter nicht gewöhnt war und man immer die Augen ganz genau offen halten musste, um durch die dichten Büsche und Sträucher die Tiere zu entdecken. Die Familie war so freundlich und hat uns begleitet sowie auch am nächsten Tag. Dort sind wir in die Sudwala Caves gefahren. Das sind alte Höhlen, in denen vor ganz langer Zeit Swazis gelebt haben. Danach sind wir zu den Mac Mac Pools gefahren. Ich habe mich zuerst nicht getraut von dem zwei Meter hohen Wasserfall in den Pool zu springen, da ich vor den vielen Steinen im Wasser doch etwas Angst hatte. Aber da es alle gemacht haben, wollte ich es mir dann auch beweisen. Eine gelungene Abkühlung war es auf jeden Fall.Diese vier Tage waren wirklich schön und man hat sich total umsorgt gefühlt, da nach langer Zeit endlich mal wieder Jemand für uns gekocht hat. Und das Essen war wirklich lecker und dazu noch gesund. Das einzige was mich gestört hat, war die Hitze in der Nacht und die vielen Mücken. In der ersten Nacht sind wir alle wie wild umhergeirrt, zerstochen von den Mücken und auf der Suche nach einer Abkühlung und nach einem Mückenschutz. Leider kam uns erst eine Nacht später die Idee in den Pool zu springen, um uns abzukühlen. Besser spät, als nie.
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