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Religiöse Vielfalt am Kap – Teil 2

Kapstadt. Selbst beim Einkaufen kommt man mit Religionen in Kontakt.

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Auch viele Moslems sind in Kapstadt zu finden. Als Begründer der Moslemgemeinde am Kap gilt Sheigh Yusuf, der 1694 wegen Ausübung des islamischen Glaubens ins Exil nach Kapstadt geschickt wurde. Zusammen mit neunundvierzig weiteren religiösen Gelehrten, die ans Kap verbannt worden waren, setzte er seinen Widerstand gegen die Holländer fort, indem er gemeinsame Gottesdienste abhielt und Einheimische sowie Sklaven zum Islam bekehrte. Die Etablierung des Islam am Kap war eine gefährliche Angelegenheit, denn bis im Jahre 1804 die Religionsfreiheit gerantiert wurde, war außer der Holländisch-Reformierten Kirche keine andere erlaubt. Der bekannteste Iman der moslemischen Gemeide ist Tuan Guru, einer der ersten Imans und einflussreichsten Moslems am Kap sowie Gründer der ersten Moschee. Während der 13 Jahre, die er als Gefangener auf Robben Island verbrachte, schrieb er den Koran aus dem Gedächtnis auf. Als er 1793 aus dem Gefängnis entlassen wurde, galt sein Hauptanliegen der Gründung einer Moslemschule am Kap. An dem Platz, wo die Schule stand, wurde später die Auwal-Moschee errichtet. Als Tuan Guru 1807 starb, hatte die Schule bereits 375 Studenten.

Heutzutage ist der Einfluss der Moslems stärker denn je, obwohl nur knapp zwei prozent der südafrikanischen Bevölkerung Anhänger des Propheten sind. Etwa ein Zehntel der Regierungsmitglieder und der Parlamentsabgeordetneten in Südafrika bekennen sich zum Islam.

Vor kurzem war ich in der Old Biscuit Mill, um ein wenig einzukaufen. The Old Biscuit Mill ist eine historische, abbruchreife Keksfabrik im Stadtteil Woodstock, die stilvoll restauriert und mit vielen netten Geschäften ausgestattet wurde. Ich bin dort in einen Laden gegangen, indem man Schmuck kaufen konnte. Der Ladenbesitzer war ein freundlicher und hilfsbereiter Moslem, der mich in meiner Auswahl glücklicherweise unterstützt hat. Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich glaube es war 12.00 Uhr, als er meinte, dass er den Laden in einer halben Stunde für sechzig Minuten schließen wird, um in die Moschee zu gehen und zu beten. Als ich das gehört habe, war ich doch ein wenig überrascht, denn dass Jemand seinen Laden schließt, um in die Moschee zu gehen, hatte ich zuvor noch nie gehört. Ich habe sein Geschäft dann um 12.30 Uhr verlassen und bin eine Stunde später zurückgekommen, damit ich mir weitere Kleinigkeiten aussuchen konnte.

Ein solches Gebet habe ich auch schon von einem Berg aus gehört, das in Bo-Kaap stattfand. In Bo-Kaap leben sehr viele Moslems und auch viele Moscheen sind dort zu sehen. Das Gebet zu hören war sehr interessant. Man fühlt sich dann so, als wäre man in ein anderes Land katapultiert wurden, aber ich glaube, davon hatte ich schon einmal berichtet...

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Artikel vom 12.12.11 - 10:00 Uhr
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