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Raggae Festival

Kapstadt. Es gibt immer etwas, was man noch nie gesehen hat.

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Letzten Sonntag bin ich mit einem guten Freund namens Thole, der auch aus Deutschland kommt und mit drei seiner WG-Mitglieder zu einem Raggae Festival gefahren. Das Festival war nicht allzu gut besucht, da dieses Jahr der Preis um das Doppelte angehoben wurde. Letztes Jahr lag der Eintrittspreis noch bei vier Euro und es war wohl so voll, dass man sich kaum noch bewegen konnte. Einen Preis von acht Euro können sich die meisten Rastafaris nicht leisten, daher war das Getümmel eher außerhalb des Festivals. Als wir angekommen sind war ich zuerst einmal überrascht so viele kleine Kinder zu sehen, denn auf dem Hurricane Festival sieht man zum Beispiel nie Kleinkinder, die mit leeren Saftflaschen spielen und zur Musik tanzen. Ich denke mal, dass die Eltern niemanden gefunden haben, der auf sie aufpassen konnte. Zum Glück, denn sie haben uns die ganze Zeit zum Strahlen gebracht.

Die Konzerte fanden in einem großen Zelt statt. Die Raggae Musik war sehr gut und zum Teil auch unterhaltsam, da die Musiker Sprüche wie:” Don’t drink and drive, just smoke and fly” gebracht haben. Ich wusste schon vorher, dass in der Kultur der Rastafaris das Kiffen ganz normal ist, aber in diesem Ausmaß hätte ich es niemals erwartet. Überall auf dem Festivalgelände waren irgendwelche Wurzeln und große Tüten voller Gras zu sehen, die man zu einem sehr billigen Preis kaufen konnte. Es wurde regelrecht mit den Tütchen gewedelt. Sowas habe ich in diesem Ausmaß noch nie in meinem Leben gesehen und werde ich glaube ich auch nie wieder. Das Gute war, dass die Rastafaris total friedlich und entspannt sind. Man musste absolut keine Angst haben, dass einem etwas geklaut oder man bedrängt wird.

Einige Männer hatten Dreadlocks bis zum Boden. Auch die Kinder hatten zum Teil Dreadlocks, sodass sie aussahen, wie die Großen. Die Kultur der Rastafaris beinhaltet außerdem kein Fleisch zu essen, daher konnte man auf dem Raggae Festival nur vegetarisches Essen kaufen, das sehr lecker schmeckte und auch sehr günstig war. Einen großen Erdbeerbecher gab es schon für 50 Cent und eine kleine Pizza für zwei Euro. Und das liegt nicht daran, dass in Südafrika sowieso alles billiger ist. Im Gegenteil, viele Produkte sind viel teurer als in Deutschland.

Am Schluss haben wir noch einen kleinen Spaziergang am Meer gemacht. Obwohl es frisch und windig war, war trotzdem eine große Menschenmenge im Wasser zu sehen. Uns war es aber definitiv zu kalt zum Baden.

 

 

 

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Artikel vom 05.12.11 - 11:56 Uhr
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