Observatory. Das große Krabbeln hat in unserer Küche begonnen.
Nach den Reisen war ich sehr glücklich wieder im vertrauten Heim zu sein. Sein “eigenes” Zimmer zu haben und nicht mehr aus einer großen Tasche leben zu müssen, ist nach sechs Wochen mehr als angenehm.
Zuhause hat sich auch nicht wirklich etwas verändert. Unser größtes Problem ist immer noch das Geschirr. Jeden Tag stehen dreckige Stapel von Tellern, Gläsern und Besteck in der Küche, für die sich niemand verantwortlich fühlt. Wäre es nur das Geschirr, wäre alles halb so wild. Denn während meiner Abwesenheit, hat sich die Kakerlaken-Anzahl um das Zehnfache gesteigert. Die ganze Küche, egal wohin man schaut, ist voller Kakerlaken. Allein mein Küchenfach, in dem ich meine Spaghetti, Mehl, Reis etc. aufbewahre, weist bestimmt über sechzig Kakerlaken auf, die einen teilweise entgegen springen. Ich habe daher vor zwei Tagen Gift für die Kakerlaken gekauft und eine große Box, um mein Essen sicher vor den Tieren zu schützen. Das Ekelige ist auch noch, dass die Viecher überall ihren Kot hinterlassen. Daher habe ich, hoffentlich zum ersten und letzten Mal, die Verpackungen vom Reis und Tee abgewaschen. Letztens habe ich Essen in der Mikrowelle aufgewärmt und auf einmal ist etwas in der Mikrowelle explodiert, sodass ich dachte: Oh Gott, kann ich das Gerät jetzt überhaupt noch anfassen ohne einen Stromschlag zu bekommen? Dann habe ich mir erst mal etwas um die Hände gebunden und alles vorsichtig bedient und ausgeschaltet. Olaf, ein Mitbewohner von uns, habe ich dann erzählt, dass etwas mit unserer Mikrowelle nicht stimmt und wir vorsichtig sein müssen. Da meinte er nur zu mir, dass ich mir keine Sorgen machen muss, denn es war nur eine Kakerlake, die explodiert ist.
Neben den Geschirrproblem haben wir auch vollgepinkelte Toiletten, Mitbewohner, die uns in der Nacht wachklingeln oder wachklopfen, weil sie den Schlüssel vergessen haben oder unsere Mitbewohner haben Geldprobleme und bezahlen das Geld für zum Beispiel Elektrizität, Spülmittel und Klopapier nicht.
Gestern Morgen wollte ich mir Haferflocken machen, doch als ich eine Kakerlake darin entdeckte verging mir der Appetit darauf. Dann hat mir ein Mitbewohner sein Porridge angeboten, dass ich nur noch auf dem Herd kochen hätte müssen. Doch leider hatten wir keine Elektrizität mehr, sodass auch diese Möglichkeit ausschied. Was mich auch jedes Mal gegeistert ist, wenn mir jemand mein Essen wegisst. Dann muss man meistens erneut einkaufen gehen oder sich etwas anderes zu essen suchen. Meistens weiß ich aber, wer es war. Und dann stelle ich diese Person zur Rede und erzähle ihm, dass er entweder sofort eine neue Packung Milch kaufen soll oder ich mir irgendwas von ihm nehme.
Manchmal denke ich mir daher, wie schön wäre es jetzt in einer Wohnung ohne WG-Mitglieder.
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