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Eindrücke von den Townships – Teil 2

Kapstadt. Ein Leben zwischen Arm und Reich.

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Wenn ich mit den kleinen Kindern aus den Townships zusammen bin, spüre ich eigentlich kein Gefühl der Traurigkeit oder des Mitleids. Die meisten der Kleinen leben zwar in einer kleinen Wellblechhütte und müssen sich diese mit neun weiteren Personen teilen, was unvorstellbar ist, man ihnen aber nicht ansehen kann. Sie kommen immer strahlend in die Klassenräume und sehen gesund und glücklich aus. Hätte ich mangelernährende Kinder vor mir stehen, würde ich vermutlich anders fühlen, aber das ist zum Glück nicht so. Ich bin  nur verärgert, wenn ich die Reichen in „Camps Bay“ sehe, wie sie am Pool irgendwelche Cocktails schlürfen, währenddessen die Kinder an „Fleischknochen nagen müssen“. Aber damit muss man hier leben, man hat in Kapstadt sehr Reiche Menschen, aber auch sehr Arme.

Einige Menschen in den Townships haben trauriger Weise noch nicht einmal Toiletten. Ich war ziemlich geschockt, als ich einen Mann gesehen habe, der sich gerade neben einem kleinen, dreckigen Fluss die Hose hochgezogen hat. Ich habe mich dann zu Bruno, dem Lehrer, der immer für meine Fragen herhalten muss, umgedreht, um mir bestätigen zu lassen, dass das, was ich gerade gesehen habe, nicht wahr ist. Ist es aber leider doch, denn die Menschen, die in den sogenannten Shecks leben, müssen zum Großteil Toiletten nutzen, die an einer kleinen Straße stehen. Diese Toiletten kann man sich wie Dixi-Toiletten vorstellen, weisen zum Glück jedoch eine richtige Spülung auf. Sie wurden von der Regierung aufgestellt, sind aber für hunderte, wenn nicht tausende von Menschen viel zu wenig, sodass sie woandershin flüchten müssen.

Was ich im Township witzig finde ist, dass dort viele Tiere zu sehen sind, obwohl man diese nicht vermuten würde. Auf den Straßen laufen Ziegen, Hühner und Kühe umher. Bei meinem Urlaub im April habe ich im Township Khayelitsha sogar einen dicken Bullen gesehen. Die Tiere ernähren sich überwiegend von Essensresten und Abfall, denn die Menschen dort können sich keine Weide leisten, wenn es die überhaupt gibt. Bis jetzt habe ich in Kapstadt, glaube ich, noch nie eine Weide gesehen.

Obwohl die Menschen kaum Geld zur Verfügung haben, besitzen trotzdem viele ein Handy. Handys scheinen hier sehr wichtig zu sein, selbst zehnjährige Kinder haben zwar kein gutes, aber sie haben ein mobiles Telefon. Das hat mich bei meinem letzten Urlaub in Lesotho, ein kleines Land innerhalb von Südafrika, schon gewundert. Viele der Menschen dort wohnen in Lehmhütten und haben kaum Besitz, ein Handy haben sie jedoch schon. Vielleicht soll es aber auch ein kleiner Beweis dafür sein, sich etwas leisten zu können. In Deutschland protzt schließlich auch jeder dritte mit einem neuen Iphone.

 

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Artikel vom 01.12.11 - 07:57 Uhr
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