Athlone. Nur noch wenige Tage verbleiben, bis sich die Vorhänge öffnen.
Jetzt ist es echt nicht mehr lange hin und meine Nervosität steigt von Tag zu Tag. Ich habe in einem vorherigen Artikel erzählt, dass ich voraussichtlich in drei vielleicht auch vier Choreographien mitmachen werde. Jetzt bin ich nur noch in zwei Choreographien zu sehen, worüber ich auch sehr glücklich bin. Die letzten drei Wochen waren einfach zu stressig, da ich jeden Tag von 8.30 Uhr bis 17.30 Uhr neue Schritte gelernt, trainiert und Büroarbeiten gemacht habe, sodass ich meistens noch nicht einmal genug Zeit zum Essen und Entspannen hatte. Auch in die Townships konnte und kann ich immer noch nicht fahren um zu unterrichten, da nachmittags immer für die große Show am 19ten November geprobt wird. Ich bin daher aus einer Choreographie ausgestiegen und habe eine andere gar nicht mehr angefangen zu lernen. Jetzt bin ich immer glücklich, wenn ich die Anderen beim Trainieren beobachte, währenddessen ich mein Mittagessen genieße.
Aber die beiden Choreographien, in denen ich mittanze, gefallen mir sehr gut und sind auch vollkommen ausreichend. Bei einer Choreographie haben wir eine Sängerin mit auf der Bühne, die das Lied „Fields of Gold“ von Sting singen und von einem Klavier begleitet wird. Die andere Choreographie ist ein Jazzstück, das von Christopher Kindo choreographiert wurde, dem besten Choreograph unserer Tanzschule, wie ich finde. Da ich öfters in der ersten Reihe stehen werde bin ich besonders nervös, denn wenn ich etwas vergessen sollte, kann ich mich nicht hinter jemanden verstecken.
Insgesamt werden dreiundneunzig Kinder am Samstag auf der Bühne stehen, von denen ich die Einzige mit einer hellen Hautfarbe bin. Hoffentlich werde ich nur mit meiner hellen Haut aus der Reihe tanzen werde.
Am letzten Samstag haben wir uns in der Tanzschule in Athlone nochmal alle Kostüme angeschaut und einen Durchlauf gemacht. Zwischendurch herrschte immer eine leichte gestresste Stimmung. Man merkt, dass jetzt nach einem ganzen Jahr alle Lehrer und Lehrerinnen, aber auch die Schüler und Studenten Urlaubsreif sind. Bei dem Warm – up waren jedoch alle mit voller Freude dabei, da wir mit Trommelmusik begleitet wurden und wir African Dance tanzen mussten. Ich glaube, African Dance ist die anstrengendste Tanzart, denn nach zehn Minuten war jeder Klatschnass. Auch die Mädchen, die sonst nur in den Townships unterrichtet werden, waren mit dabei, da diese auch bei der Show mitmachen dürfen. Leider wurden davon keine Fotos gemacht.
Nach den täglichen Proben brauche ich meistens immer eine Tafel Vollmilchschokolade mit ganzen Haselnüssen. In Deutschland hatte ich fast nie das Bedürfnis nach Schokolade, schon gar nicht nach einer ganzen Tafel, aber hier kann ich nach dem Tanzunterricht an kaum etwas anderes mehr denken. Für den Nachhauseweg kaufe ich mir daher oft eine Packung und marschiere dann mit vollem Mund durch die Straßen, um wieder Energie zu tanken.
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