Die SPD-Fraktion hatte in der vergangenen Woche ein „Sofortprogramm U-3-Ausbau“ gefordert. Es soll sicherstellen, dass alle Eltern von ein- und zweijährigen Kindern, die einen Betreuungsplatz brauchen, diesen auch bekommen. Dieses Vorgehen der SPD war als Frontalangriff auf Sozialsenatorin Stahmann gewertet worden.
Der nächste Angriff kam nun aus Berlin. Thema: Ausbau von Kitaplätzen. Ministerin Schröder sagte der „Welt am Sonntag“: „Ich habe jetzt die Familienminister der Bundesländer angeschrieben und ihnen eine Frist gesetzt. Länder, die bis zum 30. September nicht mindestens 90 Prozent der Bundesmittel verbindlich beantragt haben, werden zum Jahresbeginn 2013 Geld, das für sie vorgesehen war, an andere Bundesländer abgeben müssen.“ Baden-Württemberg, Bremen und Nordrhein-Westfalen hätten „noch fast 150 Millionen Euro Bundesgelder nicht beantragt“. Alle drei Länder werden von SPD und Grünen regiert.
Stahmann: „Weitere 1,96 Millionen sind fest gebunden in 16 konkreten Bauprojekten. Die sind bereits fertiggestellt, aber von den Trägern noch nicht abgerechnet. Oder sie stecken in laufenden Baumaßnahmen.“ Weitere zwei Millionen Euro seien für Bauvorhaben zugesagt. Damit bleibe derzeit ein Rest von 73 000 Euro. „Es gibt überhaupt keinen Grund für die Annahme, dass wir diese Mittel nicht voll ausschöpfen“, sagte Stahmann.
