X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

Mit Raketen-Flieger nach Australien

Bremen. Extrem schnell und umweltfreundlich sollen die Flugzeuge der Zukunft sein – dank Raketenantrieb. Daran forschen Experten vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum. In etwa 40 Jahren könnte es soweit sein.

In weniger als zwei Stunden nach Australien fliegen – das sollen Flugzeuge mit Raketenantrieb künftig möglich machen. Auch die Umwelt könnte von den superschnellen Maschinen profitieren. Denn der Raketentreibstoff erzeuge keine schädlichen Treibhausgase, sagt der Projektleiter Martin Sippel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Bremen in einem Interview mit Irena Güttel. Er und seine Kollegen erforschen jetzt in einem von der EU mit mehr als drei Millionen Euro geförderten Projekt, wie flüssiger Wasserstoff in Flugzeugtanks gelagert werden kann.

Flugzeuge mit Raketenantrieb sollen künftig sehr viel schneller als der Schall fliegen. Wie könnten diese aussehen?

Der „Spaceliner“ könnte etwa so aussehen wie das Space Shuttle. Er startet senkrecht und landet später horizontal. Er hat eine Stufe für den Tank und eine Stufe für die Passagiere. Im Gegensatz zum Space Shuttle wird er aber nicht in den Orbit fliegen, sondern etwas langsamer bleiben und – nachdem die Raketentriebwerke ausgebrannt sind – in bis 80 Kilometern Höhe durch die Erdatmosphäre gleiten.

Das hört sich vor allem gefährlich an…

Das ist zurzeit auch noch so. Raketentriebwerke sind heute nicht so zuverlässig wie die von Flugzeugen. Man muss für den Transport von Menschen die Technologie so weiter entwickeln, dass sie sicher ist. Darüber hinaus sind wir der Meinung, dass wir eine Rettungskapsel brauchen. Die Passagiere steigen nicht in den normalen Flugzeugrumpf, sondern in eine separate Kapsel. Diese wird kurz vor dem Start mit dem „Spaceliner“ verbunden. Im Notfall könnte die Rettungskapsel dann abgesprengt werden.

Was sind denn die Vorteile dieses superschnellen Flugzeugs?

Die Reisezeit verkürzt sich erheblich. Für einen Flug nach Australien bräuchten die Passagiere statt 30 Stunden nur noch 90 Minuten. Außerdem ist der „Spaceliner“ umweltfreundlicher, weil er mit Raketentreibstoff – flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff – fliegt. Während des Flugs entstehen keine klimaschädlichen Gase wie Kohlendioxid und keine Stickoxide.

Wie lange wird es noch dauern, bis die ersten Flugzeuge mit Raketenantrieb im Linienverkehr unterwegs sind?

Etwa 35 bis 40 Jahre. Es geht zunächst darum, das Ganze zuverlässig und sicher zu machen. Das ist eine Herausforderung. Prinzipiell sind Flugzeuge mit Raketenantrieb machbar, aber es muss auch von den Kosten her möglich sein. So etwas sollte natürlich auf private Initiative entwickelt werden. Es ist nicht vorstellbar, dass das allein staatlich finanziert wird.

Welche technischen Probleme müssen Sie bis dahin noch lösen?

Es ist hauptsächlich die Zuverlässigkeit der Raketentriebwerke, die verbessert werden muss. Es wird keine neuen Triebwerke geben, sondern zum Teil ähnliche wie sie bei der Ariane-Rakete zum Einsatz kommen. Ein weiteres Problem ist die starke Aufheizung der Außenhaut. Es müssen Schutzsysteme entwickelt werden, die viele Flüge hintereinander überstehen. Außerdem müssen wir eine Lösung dafür finden, wie wir den flüssigen Wasserstoff in den Tanks lagern können. Das erforschen wir gerade in dem neuen EU-Projekt CHATT.

Werden wir dann künftig innerhalb weniger Sekunden von Hamburg nach München reisen können?

Nein, für kurze oder mittlere Strecken lohnt sich das nicht, weil der „Spaceliner“ eine große Höhe erreichen muss. So ein schnelles Fahrzeug macht ja auch viel Lärm. Deshalb wird es spezielle Startplätze geben, die weit von Wohngebieten entfernt sind und deren Zahl begrenzt ist. Einer wird vielleicht in Europa sein, einer in Australien, einer in Amerika und einer in Asien.

Artikel vom 02.02.12 - 12:00 Uhr
| drucken | versenden


2 Leserkommentare vorhanden

Bitte warten - die Kommentare werden geladen ...

Unsere Heimat von oben

Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Lehe, die Altstadt der Seestadt

nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Kinoprogramm

Veranstaltungen

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement

Neue Kommentare

  1. Lohmannstraße wird saniert
    24.05. | 5 Kommentare
  2. Energie für die Stromwende
    24.05. | 3 Kommentare
  3. BIS managt den Tunnelbau
    24.05. | 1 Kommentar
  4. Seestadt macht keinen Druck bei Weservertiefung
    24.05. | 2 Kommentare
  5. Zirkustiere und Legehennen als Streitthema
    23.05. | 1 Kommentar

Tickets

Ticketshop
Sie suchen Karten für Konzerte, Musicals oder Sportevents?
Dann kommen Sie in unseren Ticketshop.

mehr
Anzeige

NZ-Nachrichten auf Ihrer Webseite

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell

Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.

mehr

Kapstadt calling