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Ich bin kein Kaufanreiz

Bremen. Die neue „3nach9“-Moderatorin Judith Rakers will neben ihrem Co-Moderator und Talkshow-Urgestein Giovanni di Lorenzo eine gleichberechtigte Rolle einnehmen. „Ich bin kein Kaufanreiz“, sagte die 34-Jährige gestern in Hamburg.

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„Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers wird ab 3. September an der Seite von Giovanni di Lorenzo die Talkshow „3nach9“ moderieren. Foto dpa

Di Lorenzo lobte unterdessen seine neue Kollegin, nannte sie professionell, konzentriert und charmant. Tipps konnte ihr der 51-Jährige dennoch geben: „Er hat mir klar gemacht, dass wir keine Interviews machen, sondern Gespräche führen.“

Auf ihre Aufgabe als TV-Moderatorin bei der Sendung von Radio Bremen freut sich Rakers, da man Menschen im Fernsehen – im Gegensatz zu Zeitungen und Radio – mit Stimme, Aussehen und Gestik erlebe. „Das ist ziemlich unverfälscht“, sagt sie. Die Paderbornerin ist seit fünf Jahren Tagesschau-Sprecherin und stand schon für das „Hamburg Journal“ des NDR vor der Kamera. Anfang 2010 gab sie die Moderation aber ab.

Zu Rakers’ Wunschgästen zählen der Berliner Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin, Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und die Witwe des verstorbenen Nationaltorwarts Robert Enke, Teresa. Furcht vor Talkpartnern habe sie nicht: „Ich habe grundsätzlich keine Angst vor Menschen.“

In ihrer ersten Sendung am Freitag, 3. September, trifft sie unter anderem auf Tom Jones, Hannelore Elsner und den Schauspieler Moritz Bleibtreu, den sie gerne nach seiner verstorbenen Mutter Monica befragen würde. „Allerdings nur wenn er will, da das ein sehr intimes Thema ist.“

Im Juli gehörte sie bereits zu den sechs „Freundinnen von ,3nach9‘“, die seit dem Weggang von Charlotte Roche auf dem freien Stuhl in der Talkrunde Platz nahmen. Bei ihrem Debüt plauderte Rakers mit Gästen wie Schauspieler Pierre Brice und Rapper Sido.

„3nach9“ wird seit 1974 ausgestrahlt und gilt als älteste Talkshow im deutschen Fernsehen. Aktuell ist die Show des Senders Radio Bremen einmal im Monat freitags im NDR Fernsehen und anderen dritten Programmen zu sehen. Im Durchschnitt schalten nach Senderangaben bundesweit 1,5 Millionen Zuschauer pro Ausgabe ein. Rakers soll vor allem auch jüngere Zuschauergruppen erschließen. Der Sender hatte schon bei Moderatorin Roche gehofft, mit ihrer flippigen Art ein jüngeres Publikum zu erreichen. Die Einschaltquoten schnellten allerdings nicht in die Höhe, stattdessen verließ Roche die Sendung nach nur vier Monaten Anfang Januar wieder.


Artikel vom 25.08.10 - 06:00 Uhr
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