
Seit März 2008 sind Sie UN-Sonderberater für Sport im Dienste für Frieden und Entwicklung. Hatten Sie je Sorge, dass Sie diesem Titel nicht gerecht werden?
Nein, nie. Ich haben schließlich all meine Berufsjahre dem Sport gewidmet, musste mich nicht erst in die Materie einarbeiten. Sorgen hatte ich eher davor, dass mein Englisch nicht gut genug sein würde. Aber daran arbeite ich bis heute und halte mittlerweile meine englischen Vorträge sogar frei.
Was kann der Sport erreichen und wo stößt er an seine Grenzen?
Wir haben durch den Sport die Möglichkeit, bestimmte Werte wie soziale Kompetenz, Leistungswillen, Motivation oder auch eine gesunde Lebensweise zu vermitteln – was schlussendlich auch wichtig ist für eine lebendige Demokratie. Wir sagen: Zeigt Respekt, seid fair zueinander, schlagt euch nicht die Köpfe ein. Aber der Sport kann keine Kriege verhindern.
Wie sieht Ihr Alltag aus, wie es in Jobbeschreibung heißt, „Anwalt, Förderer und Vermittler“ aus?
Anwalt und Förderer bin ich immer dann, wenn ich im Namen der UN bei Kongressen, Regierungen oder Hilfsorganisationen dafür werbe, mehr für den Sport zu tun. Als Vermittler nutze ich mein Netzwerk, um Leute zusammenzubringen.
Was hat Sie denn in den vergangenen zwei Jahren am meisten erschüttert?
Die Armut in weiten Teilen Afrikas. Die Hitze, der Gestank und der Lärm in den Slums, kein Wasser, keine Lebensperspektiven – das war schrecklich. Und die Situation der Menschen im Gazastreifen. Das ist wie ein Freiluftgefängnis mit Öffnungszeiten von 8 bis 16 Uhr.
Lassen sich die vielen Reisen denn auch mit ihrer Grün-Weißen-Leidenschaft verbinden?
Ich versuche zumindest, meine Termin so gut es eben geht um den Spielplan von Werder herumzulegen.
Dann ist es kein Zufall, dass Sie am 15. Mai, dem Tag des DFB-Pokal-Finales, einen Vortrag im Austragungsort Berlin halten?
Nein, da war ich schon vor Monaten sehr optimistisch.
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