
Wenn am Sonntag, 5. August, gegen 23 Uhr die letzte Maschine auf dem Neuenlander Feld gelandet, ein großes Leuchtfeuer aufgestellt ist und die Deutsche Flugsicherung grünes Licht gegeben hat, werden umgehend die ersten Bauarbeiter aufs Rollfeld gehen. „In Spitzenzeiten sind bis zu 120 Bauarbeiter im Einsatz“, sagt Prokurist Marco Pfleging, Geschäftsbereichsleiter Infrastruktur. Rund um die Uhr, wirklich 24 Stunden, wird seinen Angaben zufolge gearbeitet, damit die Maßnahme bis Sonntag, 12. August, abgeschlossen ist. Gegen 6 Uhr soll nach Wiederöffnung die erste Maschine landen.
Pfleging wird die gesamte Maßnahme im Blick behalten, also höchste Anspannung für den Experten. Im Vorfeld wurden bereits die rund 500 Leuchtfeuer abgebaut, die gegen moderne ausgetauscht werden. Zur Zeit, so Pfleging, fliegen in Absprache mit der Luftfahrtaufsichtsbehörde die Piloten auf Sicht. „Aber alles ist sicher. Wir haben unter anderem deshalb diese Jahreszeit ausgesucht“, betont er.
Nach der Schließung am Sonntagabend folgen die Tiefbauarbeiten, die 2 038 Meter lange und 45 Meter breite Start-und-Lande-Bahn wird abgefräst. Kunststoffgitter, mehrere Schichten Asphalt, Deckschicht und eine Binderschicht sollen die komplett erneuerte und etwa 15 Zentimeter hohe Bahn eben machen. Zugleich wird sie leicht angeraut, damit die Flugzeugreifen optimale Haftung erreichen. 60 000 Tonnen Material muss laut Pfleging bewegt werden: „33 000 Tonnen kommen raus, 28 000 wieder neu auf die Bahn.“ In Hoch-Zeiten sind pro Stunde mehr als 50 Lkw im Einsatz. Damit alles perfekt wird, wird die Start-und-Lande-Bahn dreidimensional eingemessen, also in Breite, Länge und Feinnivellement.
Die Arbeiten an der Bahn sind damit abgeschlossen, die Flieger können wieder starten und landen. Die Löcher und neuen Töpfe für die Leuchtfeuer folgen nach der Wiederöffnung des Airports.
Rund 500 Flüge fallen während der Schließung aus, etwa 40 000 Passagiere sind betroffen. Sie müssen auf andere Flughäfen ausweichen. Weltweit hat der Bremer Airport daher die Maßnahme schon vor Monaten kommuniziert. Die Airlines haben sich darauf eingestellt, die Fluggäste auf andere Airports umgeleitet. Flugzeuge werden in Bremen daher kaum anzutreffen sein, größtenteils werden die Maschinen an anderen Flughäfen stationiert.
5,6 Millionen Euro lässt sich der Bremer Airport die erste Kompletterneuerung der Start- und Landebahn kosten. Zuletzt, so Pfleging, wurde sie 1990 saniert (nicht erneuert), im Laufe der Jahre immer wieder angebaut. Pfleging: „Und irgendwann wird auch die beste Bahn älter. Auch wenn sie jetzt noch in einem hervorragenden Zustand ist, so müssen wir präventiv arbeiten und entscheiden: Jetzt machen wir es.“ Nun ist die Zeit reif. Fliegen darf am Neuenlander Feld von Sonntag bis Sonntag nur einer: der Rettungshubschrauber.
Die Läden und Restaurants am Airport bleiben geöffnet, fahren allerdings mit „halber Kraft“.

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell
Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.