
Das Bremer Ermittlerduo war aus beruflichen Gründen verhindert, ließ den Zuschauern im vollbesetzten Kinosaal aber eine Videobotschaft zukommen. „Es bricht uns das Herz, dass wir nicht dabei sein können“, so Oliver Mommsen (Kommissar Stedefreund). Und Sabine Postel (Hauptkommissarin Inga Lürsen) versprach: „Das werden wir nachholen!“
In dieser Folge, die in Bremen und dem Umland gedreht wurde, haben Lürsen und ihr Kollege Stedefreund den Mord an einem Tankstellenbesitzer in Bremen-Nord aufzuklären. Der Film beginnt damit, wie der 16-jährige Max Lange (Vincent Göhre) nachts in die Tankstelle gegenüber dem Wohnhaus stürmt, wo er den Tankstellenbesitzer (Mirsad Dzombic) tot auffindet. Der Mann wurde mit einem sauberen Schuss in die Stirn regelrecht hingerichtet. Vor der Leiche steht Max’ Mutter Silvia Lange (Mira Partecke) mit der Waffe in der Hand und sagt keinen Ton. Max ist schockiert, nimmt die Waffe an sich, schickt seine Mutter nach Hause und schnappt sich das Videoband aus der Überwachungskamera.
Für die Kommissare verhalten sich aber auch der Sohn des Toten, Ruben Tomic (Fabian Busch), und die Witwe Elke Tomic (Irene Rindje) verdächtig, da sie versuchen, etwas zu verheimlichen.
Dieser „Tatort“ ist mehr Drama als Krimi. Anstelle von spektakulären Actionszenen geht es hier vor allem um psychologische Spannung. Im Vordergrund steht nicht die Aufklärung des Mordes, sondern die paranoide Schizophrenie der Silvia Lange (hervorragend gespielt von Theaterschauspielerin Mira Partecke). Die beiden Autoren und Regisseure dieses „Tatorts“, Claudia Prietzel und Peter Henning, erklärten nach der Filmvorführung im Cinemaxx, es habe ihnen sehr am Herzen gelegen, dieses Krankheitsbild im Film zu behandeln. „Es ist erschreckend, wie viele Familien ein solches Thema mit sich selbst ausmachen müssen.“
Einige Zuschauer reagierten auf den „Tatort“ recht verhalten und ein wenig verstört: „Ich fand es ziemlich schleppend und eher langweilig“, sagte ein junger Mann. Eine andere Zuschauerin hatte derweil ihre Schwierigkeiten, dem Film zu folgen, und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber Oliver Mommsen hat mir wie immer gut gefallen“.
„Ordnung im Lot“ ist keine seichte Sonntagabend-Unterhaltung, sondern ein Film, der unter die Haut geht, in tiefe menschliche Abgründe vordringt und beim Zuschauer seine Spuren hinterlässt. Prietzel und Henning ist ein sensibles und anspruchsvolles Drama gelungen. Wer aber einen klassischen Krimi erwartet, wird eher enttäuscht sein.
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