Gutachter erklärten vor dem Landgericht, der Mann sei krank und behandlungsbedürftig. In seinem letzten Wort zeigte der meist abwesend wirkende Beschuldigte Reue: „Ich möchte nur sagen, dass mir das alles sehr leidtut.“ Das Urteil wird an diesem Donnerstag erwartet.
Strafrechtlich wäre es zweifacher Totschlag, sagte Staatsanwalt Uwe Picard bei seinem Plädoyer. Aber der Mann sei schuldunfähig. „Er kann nicht bestraft werden.“ „Strafrechtlich wird in dieser Gesellschaft erwartet, dass wir alles ahnden und sühnen können“, sagte der Verteidiger des 41-Jährigen, Udo Würtz. Doch dies falle schwer in einem Verfahren wie diesem. „Er ist in eine psychiatrische Klinik einzuweisen.“
Verteidiger wie Staatsanwalt berichteten von ihren schweren Gesprächen mit den Männern der beiden getöteten Frauen. Picard erzählte, der Mann der 59-Jährigen habe ihm gesagt, sie sei eine einfache Frau gewesen, die ihre Familie geliebt habe, die stolz gewesen sei auf ihren Sohn. Die Familie der anderen Frau schrieb in einer E-Mail: „Wenn Not am Mann war, packte sie ohne zu zögern zu.“
Vor den Plädoyers beschrieben drei Gutachter die Psyche des Beschuldigten. Der gelernte Automechaniker habe ein gestörtes Verhältnis zu seiner Mutter. Erst habe er sich nicht geliebt gefühlt, schließlich sei die Beziehung in Hass umgeschlagen. Auch zu Lehrern und Vorgesetzten habe er ein schwieriges Verhältnis gehabt. Seit Ende 2008 habe er sich immer weiter in eine „Innenwelt“ zurückgezogen. (lni)

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