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Bremerhaven und Bremen wollen „Alex“


Bremen. Bremen will sie, Bremerhaven will sie auch: Um die „Alexander von Humboldt“ ist ein offener Streit ausgebrochen. Seit klar ist, dass die „Alex“ durch einen Neubau ersetzt wird, positionieren sich die Kontrahenten. Die Bremer SPD will sie in die Überseestadt legen. „Ich würde gern sehen, wenn sie in Bremerhaven bleibt“, sagt Bremerhavens Tourismuschef Volker Kölling. Von Klaus Mündelein


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Wohin geht die Reise? Nach Bremerhaven oder nach Bremen? Beide Städte wollen die „Alexander von Humboldt“ aufnehmen. Foto: dpa

Das Thema kam beim Parteitag des SPD-Unterbezirks Bremen-Stadt auf den Tisch. Der Buchautor Klaus Auf dem Garten stellte einen Antrag, der am Ende dazu führen soll, dass die „Alex“ als Schmuckstück den Europahafen zieren soll.

Das Hafenbecken ist Mittelpunkt der neuen Überseestadt in Bremen, die sich in den vergangenen Jahren prächtig entwickelte. Während rings um den Kajen das Leben blüht, sieht es im Hafenbecken allerdings ein wenig kahl aus. Wie schön maritimes Flair wirken kann, erlebten die Bremer beim Kirchentag im vergangenen Jahr, als etliche Schiffe im Europahafen festgemacht hatten. Zu den Gästen gehörte damals auch die „Alex“. Ein weiterer Gedanke der Bremer: Das Schiff soll an die maritime Tradition Bremens erinnern. Diese Dimension sei bislang beim Thema Überseestadt vernachlässigt worden, heißt es im dem Antrag, der mit Mehrheit angenommen wurde.

Kölling meint, dass die Bremer das Ganze nicht richtig durchdacht haben: „Bei Niedrigwasser sieht man im Europahafen von der ,Alex‘ nur noch die Bramsegel.“ Das Schiff sei zu klein für das Hafenbecken. Die Bremer hätten auch nicht die Folgekosten und den Renovierungsbedarf bedacht für ein Schiff, das im Wasser liegt.

In Köllings Plänen spielt sich die Zukunft der „Alex“ auch nicht mehr im Wasser, sondern auf dem Trockenen ab. Er möchte das Schiff im ehemaligen Lloyd-Dock am Neuen Hafen an Land setzen. Dort könnte sie Platz für Übernachtungen und Training auf Masten und Rahen bieten. Kölling kann sich vorstellen, dass Segler ihren Törn künftig in Bremerhaven starten, um vorher ihre Crews auf der „Alex“ üben zu lassen.

„Ich würde es sehr, sehr gern sehen, wenn sie hier bleibt. Sie wäre ein echter Tourismusmagnet“, sagt Kölling. Von der enormen Werbekraft der „Alex“, die über Jahre durch die Beck‘s-Werbung segelte, ist auch Bremens SPD-Chef Angelo Caragiuli überzeugt. Der Unterbezirksvorsitzende räumt ein, dass der Vorstoß nicht bis in Kleinste durchdacht sondern eine Initiative der Basis sei. „Es sollte eine Diskussion in der Stadt angeregt werden“, sagt er. Beim Thema maritime Tradition sieht er für Bremen Nachholbedarf, weil sich diesbezüglich alles in Bremerhaven konzentriert.

3,8 Millionen Euro verlangt die Deutsche Stiftung Sail Training für die „Alex“. Klar ist für die Bremer SPD, dass Anschaffung und Unterhalt nicht aus Steuermitteln bezahlt werden sollen. Die SPD denkt an einen Förderverein, der sich um Spenden und Sponsoren bemüht. Auch Kölling weiß, dass die Stadt für das „Alex“-Projekt kein Geld hat. Er hat schon in der Wirtschaft nachgefragt. Konkrete Zusagen hat er nicht, aber die Idee habe Unterstützung gefunden.

Frachter passt zu Bremen

Für Kölling gehört die „Alex“ nach Bremerhaven. Hier würden sich auch viele ehemalige Trainees finden lassen, die als Freiwillige das Projekt unterstützen. „Für den Unterhalt des Schiffes haben letztlich Bremerhavener Sponsoren wie Egon Harms gesorgt, auch wenn Beck‘s auffälliger war“, sagt der Tourismuschef. Zum Bremer Europahafen würde ein großes Frachtschiff wie die „Cap San Diego“ besser passen, weil sie auch bei Niedrigwasser zur Geltung komme, ergänzt er.

Nach Ansicht der Bremer SPD passt die „Alex“ allerdings sehr gut in die Hansestadt. Und das nicht nur wegen der grünen Beck‘s-Segel. Schließlich sei sie 1906 bei der Bremer AG Weser gebaut worden.


Die „Alex“

Typ: Bark.

Baujahr: 1906.

Eigner: Deutsche Stiftung Sail Training.

Artikel vom 02.09.10 - 07:00 Uhr
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