
Immer wieder ist das Thema Marktplatz-Nutzung in den vergangenen Jahren diskutiert worden.
Jetzt stieß Weber bei den Anwohnern auf derart offene Ohren, dass sie sich am Dienstagabend zusammensetzten und erstmals eine Resolution verabschiedeten. Mit von der Partie waren unter anderem Handelskammer, Banken, Kanzlei, Kirchen sowie Stadtamt und Polizei. Die knapp 20 Beteiligten waren sich einig: Der „Wildwuchs“ an Events soll gestoppt werden.
Es soll genauer geschaut werden, welche Veranstaltungen in Bremens „gute Stube“ passen. Ein Festival, das nur laute Musik bietet, gehört für Weber ebenso wenig dazu wie ein Hundeparcours und Zelte, die die schöne Rathausfassade verstellen. Statt wie in diesem Jahr 33 angemeldete Veranstaltungen stellt sich Weber eine Größenordnung von „um die 20“ vor.
Wichtigster Punkt in der Resolution: Der Roland, ebenfalls Weltkulturerbe, wird mit einer Bannmeile belegt. Veranstalter müssen mit ihrem Equipment mindestens zehn Meter Abstand halten – wie zur Rathausfassade. Ausnahmen sind der Weihnachtsmarkt und der Kleine Freimarkt. Nicht klar definierte und kommerzielle Events sollen künftig abgelehnt werden. Auch gegen eine Permanent-Beschallung sprechen sich die Anlieger aus. „Lautstarke Instrumente wie Trommeln und Trompeten sowie elektronische Geräte wie Verstärker oder Lautsprecher sollen verboten werden. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld“, heißt es in der Resolution.
Hier kommt die Polizei ins Spiel: Sie soll verstärkt kontrollieren. Freibleiben soll die Sicht auf den Liebfrauenkirchhof. „Auch dieser Platz hat ein Recht auf Strahlkraft ohne Nippes“, so die Anwohner. Der Wochenmarkt auf dem Domshof bleibt für sie ein Ärgernis – durch Lkw, die hier unbefugt parkten.
Die Grünen haben offenbar Sorge, dass der Marktplatz zum „Friedhof“ werden könnte. Doch auch sie stimmen zu, die Vielzahl an Events und die Lautstärke zu begrenzen. Kriterien für die Nutzung müssten allerdings transparent und auf Dauer tragfähig sein. Dazu müssten die Veranstaltungen bewertet werden.
Die Grünen sprechen die Eröffnung der Matjes-Saison, „La Strada“ und den Karneval an – „Attraktionen, die zum guten Image der Stadt beitragen“. Das Matjes-Fest, so Weber, könne gut wie bisher auf dem Domshof stattfinden. „La Strada“ sei kein Problem, nur der Aufbau müsse straffer organisiert werden. Weber: „Das muss nicht mehrere Tage dauern.“

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell
Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.