
Die Experten für den einfachen Ausdruck nahmen sich eines volkstümlichen, aber eben nicht einfachen, bisweilen gar umstrittenen Themas an – sie übersetzten die Fußballregeln. Nun wurde das Regelwerk in leichter Sprache im Weserstadion präsentiert. Eine bundesweite Premiere.
„Inklusion spielt für uns eine Rolle“, sagte Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer. Die Lebenshilfe zähle zu den Partnern des Vereins im Bereich des sozialen Engagements. Fischer: „Wir wollen eine echte Kooperation.“ Und so könnten die Partner eben auch Ideen einbringen. Andreas Hoops, Geschäftsführer der Lebenshilfe, brachte die Idee ein, die zehn wichtigsten Fußballregeln in leichte Sprache zu übertragen: „Viele Menschen mit Beeinträchtigungen sind Fußballfans.“
Was aber sind die zehn wichtigsten Regeln? „Jeder hat eine andere Meinung“, so Übersetzer Volker Uhle vom Büro für leichte Sprache, das seinen Sitz in Bremen-Walle hat. In einem zweijährigen Prozess brachten die Partner – auch die Sepp-Herberger-Stiftung und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen machten mit – das leichte Regelwerk auf den Weg. Das Ergebnis ist eine 48-Seiten-Broschüre im Din-A-5-Format, die den Praxistest bestanden hat: In einem Trainingslager für geistig und körperlich behinderte Kinder zum Beispiel, bei der Testleserin Nicole Papendorf (Lebenshilfe) und bei dem Bremer Bundesliga-Schiedsrichter Peter Gagelmann: „Die wesentlichen Dinge sind drin.“
Erklärt werden Begriffe wie Spielfeld, Spieler und Schiedsrichter, ebenso dabei sind Foul, Freistoß und Elfmeter. Die Abseitsregel fehlt natürlich auch nicht. Gerade bei ihr sind die Fotos hilfreich, die das Regelwerk in leichter Sprache illustrieren. Viele Bilder zeigen Werder-Spieler wie Sonja Dundon, Clemens Fritz und Torhüter Sebastian Mielitz.
Apropos Mielitz: „Der Torwart darf im Torwart-Raum nicht behindert werden“, heißt eine wichtige Regel in leichter Sprache. Beispiele sorgen für noch mehr Klarheit: „Der Torwart will den Ball fangen. Ein Spieler stößt den Torwart. Darum fängt der Torwart den Ball nicht. Das darf der Spieler nicht!“ Also muss der Schiedsrichter einschreiten. Über ihn heißt es: „Auch der Schieds-Richter kann mal etwas falsch machen. Aber: Was der Schieds-Richter entscheidet, ist dann so. Darüber reden dann alle nach dem Spiel.“
10 000 Exemplare der Regeln in leichter Sprache wurden gedruckt, und sie werden bundesweit verbreitet – allein 4 000 als Beilage der Zeitschrift „Werkstatt-Dialog“. Den Vertrieb übernimmt die Lebenshilfe. Deren Geschäftsführer Hoops freut sich schon „auf Nachbestellungen“ – wegen der Fotos.

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