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10. September 2007: Wissenschaft macht gute Laune

Fischereihafen (ndy). Schiffe gucken, das kann man an der Küste jeden Tag. Obwohl alltäglich, ziehen Dampfer & Co. trotzdem ihr Publikum auf die Planken. Sich aber eine Antarktis-Station aus nächster Nähe anzusehen – das gibt’s nicht alle Tage. Auch in Bremerhaven nicht. Tag der offenen Tür bei Neumayer III, der neuen Station des Alfred-Wegener-Instituts (AWI).  

„Betreten der Baustelle strengstens untersagt“ steht auf einem Warnschild. Doch nicht an diesem Tag: In Massen strömten Neugierige am Sonnabend in den Fischereihafen aufs Firmengelände von J.H. Kramer an der Labradorstraße 5. Dort entsteht zurzeit die neue Station, voraussichtliche Fertigstellung: Frühjahr 2009. Der Neubau ist nötig geworden, weil die alte Station vom ewigen Eis langsam aber sicher in Beschlag genommen worden ist. Die jetzige Neumayer-Station ist nach 15 Jahren Betriebszeit bereits zwölf Meter tief im Eis versunken und muss in wenigen Jahren aufgegeben werden.

Die neue soll mindestens 40 Jahre ihren Dienst tun, einer neuen Technik sei Dank. Am späteren Standort, etwa sechseinhalb Kilometer von der heutigen Station entfernt, wächst die Schneedecke etwa 80 Zentimeter pro Jahr. Statt in Schnee und Eis zu versinken, wird die Neumayer-III-Station auf hydraulischen Beinen stehen. Diese werden angehoben, mit Eis unterlegt und wieder herabgelassen. So bleibt die Station immer auf der Höhe der Zeit.

Viele Besucher ließen sich von der Technik begeistern. Auf dem Firmengelände hat das AWI etliche Informationsstände aufgebaut, in denen die Wissenschaftler den Wissbegierigen Rede and Antwort standen. Auch eines der Versorgungsfahrzeuge, einen sogenannten Chieftain, hatte das AWI mitgebracht. Ein beliebtes Fotomotiv fürs Familienfotoalbum: „Patrick, nun guck mal schön in die Kamera“, forderte ein Vater seinen Sohn auf. Wissenschaft macht Laune.

Im Innern der Montagehalle ist Programm: Kinder tanzen den „Ozontanz“, Infotafeln klären über die Arbeit im Eis auf, die Post verkauft Sondermarken. Gegen 12.30 Uhr wird es still. Ein Telefongespräch steht an, live in die Antarktis mit dem Stationsleiter Dr. Karlheinz Waltner: „Die Sonne scheint.“ Seine Gesprächspartnerin im Fischereihafen muss Waltner bitten, etwas mehr zu erzählen: „Es sind 33 Grad. Minus“, sagt der Forscher am anderen Ende der Welt. Von der Neumayer-III-Station selbst war so viel nicht zu sehen. Draußen vor der Werkshalle steht der Treppenhausturm, ein imposantes Stahlkonstrukt. Etliche Besucher legen den Kopf in den Nacken und stauen: „Man, man, man. Ganz schön hoch.“ Unweit davon stehen rote Container, mit offenen Türen. Zu sehen sind Rohrleitungen mit silberglänzender Isolierfolie drumherum – das spätere Herz von Neumayer III, die Versorgungseinheit. Die ganze Station wird erst vor Ort zusammengebaut.

Artikel vom 19.02.09 - 12:17 Uhr
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