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10. Januar 2006: Stelzen verhindern Versacken im Eis

Bremerhaven/Antarktis (ad). 70 Grad, 41 Minuten Süd, 0 Grad 16 Minuten West: Das sind die Koordinaten, an denen im kommenden Herbst die Neumayer-III-Station des Alfred-Wegener-Instituts (Awi) gebaut werden soll. Jetzt wurde dort der Grundstein für die Forschungseinrichtung gelegt.

Allerdings ist der Grundstein nur virtuell: Umweltschutzvorschriften verhindern, dass ein echter Stein aus der Seestadt ins ewige Eis gelegt wird. So konnte die Delegation von Awi und Bundesforschungsministerium (BMBF) zwar kein Loch buddeln, den Start für die neue Station aber vor Ort feiern. Mit dabei waren auch Vertreter des Bremer Senats und der Reederei Laeisz.„Es wird eine spektakuläre Station werden“, sagt Reinhard Junker vom BMBF, „größer, schöner, zweckmäßiger, moderner und vor allem: Sie ist im wörtlichen Sinne vorzeigbar, weil man sie wird sehen können.“

Im Gegensatz zur derzeitigen Neumayer-Station wird die neue Station oberirdisch sein, auf dem Eis stehen. Die Ingenieure wollen die Forschungsbasis auf Stelzen stellen. Diese sollen verhindern, dass Neumayer III in den Schnee einsinkt, wie es bei Neumayer II der Fall ist. Die neue Station wird durch die hydraulischen Stelzen auf einer konstanten Höhe von sechs Metern gehalten. Wann genau mit dem Bau begonnen wird, ist allerdings noch nicht klar. Es wird aber im Südsommer sein, der in unseren Breiten dem Winter entspricht.

„Die Station Neumayer III wird wie ihre Vorgänger auf dem Ekström-Schelfeis an der Atka-Bucht stehen, um die Kontinuität der bisherigen Messreihen in ihrer hohen Qualität zu sichern“, heißt es aus dem Awi. Der neue Standort liegt fünf Kilometer weiter südwestlich von der derzeitigen Neumayer-Station. Somit sei ausgeschlossen, dass die neue Station während ihrer mit 25 Jahren deutlich längeren Betriebszeit als die vorherigen Stationen bis an die Schelfeiskante driftet.

Der Standort wird als besonders ruhig eingestuft, das Schelfeis bewegt sich also gleichmäßig in Richtung Abbruchkante.Besonderes Augenmerk wurde bei der Planung auf den Umweltschutz gelegt. So liefert die Abwärme der Generatoranlagen oder Windkraftanlagen die benötigte Energie für Heizung und Wassererzeugung durch Schneeschmelze. Das Awi erwartet durch diese Maßnahmen deutlich weniger Wartungsaufwand als bei den bisherigen Stationen. In Betrieb soll die Station spätestens 2008 gehen.  


 

Artikel vom 19.02.09 - 12:12 Uhr
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