
Ein EWE-Sprecher schloss auf Nachfrage unserer Zeitung aus, dass der Regionalversorger die Strompreise zum 1. Januar anheben werde. „Wir prüfen zurzeit, ob die Verteuerung durch die EEG-Abgabe durch rückläufige Einkaufspreise für Strom kompensiert werden können“, sagte EWE-Sprecher Christian Blömer.
Das bedeute allerdings nicht, dass die Preise im Allgemeinen rückläufig seien, sondern beziehe sich ausdrücklich auf die Einkaufspolitik der EWE. Hier spiele eine Rolle, ob Strom in großer Menge einmalig oder ob in kleineren, zu Tagespreisen gehandelten Tranchen an der Strombörse eingekauft werde. Ob dennoch die Preise in den kommenden Monaten steigen, werde sich bis Weihnachten entscheiden. Bis dahin stünden die von EWE zu zahlenden Netzentgelte für das kommende Jahr fest.
Mehr als die Hälfte aller Haushalte in Deutschland müssen ab Januar 2011 für Strom wieder tiefer in die Taschen greifen. Nach Angaben des Internetportals toptarif.de kündigten bis Mitte November gut 186 Versorger an, ihre Preise im Schnitt um 7,4 Prozent zu erhöhen. Damit wird die erhöhte EEG-Umlage praktisch vollständig an die Kunden weitergegeben. Zu den Unternehmen, die Preise erhöhen werden, gehören bis auf Eon auch die Großen der Strombranche RWE, EnBW und Vattenfall.
Nach Angaben des Verbraucherportals verivox.de errechnen sich aus den neuen Strompreisen für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowatt Mehrbelastungen von 70 Euro. Dabei empfehlen Bundesnetzagentur und Verbraucherschützer immer wieder den Anbieterwechsel: Hierdurch könnten mehrere 100 Euro jährlich gespart werden. (wil/dpa)
