
In der vergangenen Woche hatte die JWP-Realisierungsgesellschaft verkündet, nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an der maroden Kaje könne Eurogate jetzt auf 1000 Metern Kajenlänge den Probebetrieb aufnehmen. Ursprünglich sollte die Kaje bereits im Mai zur Verfügung stehen. Unzählige Risse in der Spundwand hatten jedoch noch vor der Inbetriebnahme eine aufwendige Reparatur notwendig gemacht.
„Wir rechnen jetzt damit, dass wir Anfang nächster Woche die 1000 Meter zur Verfügung bekommen“, sagt Eurogate-Sprecherin Corinna Romke. Der Terminalbetreiber hatte den Probebetrieb zur Bedingung für eine reguläre Inbetriebnahme des JWP gemacht.
„Auf diese Weise testen wir die Abläufe, damit wir mit der Inbetriebnahme des Terminals einen reibungslosen Ablauf garantieren können“, sagt Romke. Mit zwei Containerbrücken hatte der Probebetrieb im Juni begonnen – bis Ende September sollen alle acht Brücken und 400 Hafenarbeiter in der Lage sein, die ersten Liniendienste abzufertigen. Heute Abend soll das Containerschiff „Conti Singa“ am Jade-Weser-Port festmachen. Dann wird erstmals der Nachtbetrieb geprobt.
Wann genau der Pannenport an der Jade in Betrieb geht, steht immer noch nicht fest. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) und der Regierungschef des Landes Bremen, Jens Böhrnsen (SPD), haben sich vorbehalten, diesen Termin zu verkünden. „Wir jedenfalls werden Ende September startklar sein“, versichert Romke.
Die Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft und die Betreiber der JWP-Logistikzone bemühen sich derweil, mit einer Serie von Erfolgsmeldungen den Eindruck größtmöglicher Normalität zu erwecken. So habe das niedersächsische Wirtschaftsministerium in der vergangenen Woche die Betriebsgenehmigung für die Hafenbahn erteilt. Vier Kilometer Schienenstrecke, eine 16-gleisige Vorstellgruppe und ein sechsgleisiges Umschlagsterminal dürfen ab sofort uneingeschränkt befahren werden. Bis zu 500 000 Standardcontainer jährlich sollen bei Vollauslastung des ersten JWP-Bauabschnitts einmal über die Gleise rollen.
