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Kopfschütteln über merkwürdige Party

Wilhelmshaven. Der 5. August war der Tag, an dem der Jade-Weser-Port feierlich eröffnet werden sollte. Dann wurde wegen der Bauprobleme der Termin gestrichen. Jetzt gibt es am Sonntag doch eine Party im Hafen, zu der sogar Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) kommt. Allerdings wird mit der Schlepperpier eher eine Randerscheinung gefeiert – was andernorts Kopfschütteln auslöst.

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Die Schlepperpier für den Jade-Weser-Port wurde in den vergangenen Tagen aus 11 eher nüchternen Beton segmenten zusammengesetzt. Foto bök

Zur Feier des Tages hat die Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft zur Bootsfahrt eingeladen. Mit der MS „Mecki“ geht es zum Schlepperhafen. Mit an Bord sind Rösler, Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) und Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Es dürfte der erste Schlepperhafen sein, dem so viel hochrangige Aufmerksamkeit zuteil wird. Und so vermuten viele, dass hier die FPD womöglich den Wahlkampf im Blick hat.

Jens Böhrnsen (SPD), Regierungschef des Landes Bremen, kommt nicht. David McAllister (CDU), niedersächsischer Ministerpräsident, kommt ebenfalls nicht. Zumindest, so sein Pressesprecher, steht der Termin nicht auf der Tagesordnung. Beide waren die treibenden Kräfte, als Anfang Juni die offizielle Eröffnungsparty abgesagt wurde. Wegen der vielen Risse in der Kaje drohte der Streit um die Schuldfrage unkalkulierbare politische Dimensionen anzunehmen.

Das hatten damals sowohl Bode als auch die Baufirmen bedauert. Sie waren überzeugt, mit Betonwänden die Kaje zeitig zum 5. August abdichten zu können. Böhrnsen und McAllister wollten lieber warten und Betreiber Eurogate Zeit für einen Probebetrieb einräumen. Vor allem wollten sie verhindern, dass man womöglich auf einer unfertigen Baustelle wie am Berliner Flugplatz feiern muss. Die Sorge ist nicht unberechtigt. Denn auch die Betonwand ist schadhaft und musste jetzt an zwei Stellen ausgebessert werden. Vor einer Unterspülung der Wand hatten Experten schon immer gewarnt.

Martin Günthner (SPD), Wirtschaftssenator des Landes Bremen, wird nicht zur Eröffnung des Schlepperhafens kommen. Er hat Urlaub. Dem Vernehmen nach soll die merkwürdige Party erhebliches Kopfschütteln bei ihm ausgelöst haben. (mue)

Artikel vom 03.08.12 - 07:00 Uhr
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