Die Planungen der mindestens 800 Millionen Euro teuren Elbquerung waren Ende November durch einen Bericht des Bundesrechnungshofes (BRH) beeinträchtigt worden. Die Rechnungsprüfer sahen ein Sparpotenzial von rund 50 Millionen Euro, wenn der Tunnel um 500 Meter verkürzt werde. Die geplante Küstenautobahn A 20 würde dann nicht von Glückstadt durch den Elbtunnel bei Drochtersen aus der Erde kommen, sondern schon im Gauensieker Moor.
Das „Einsparpotenzial“ sei nicht ausreichend untersucht worden, merkten die Prüfer an. Allerdings gab es im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung schon damals erhebliche Bedenken an dieser Einschätzung, denn bei der Verkürzung würde der Tunnel in einem Gebiet aus der Erde führen, das gleich in zweifacher Hinsicht geschützt ist: einmal durch das als „Flora-Fauna-Habitat“ (FFH) ausgewiesene Gebiet „Unterelbe“ und im südlichen Bereich durch ein Vogelschutzgebiet.
In einem unserer Zeitung vorliegenden internen Bericht des Ministeriums für den Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestags heißt es: „Der kürzere Tunnel würde vor Ort erhebliche Betroffenheit auslösen, sodass eine Durchsetzbarkeit aufgrund der zu erwartenden massiven Einwendungen nahezu ausgeschlossen sein dürfte.“ Das habe der BRH nicht berücksichtigt.
Die Stellungnahme des Ministeriums enthält das Fazit: „Unter Berücksichtigung aller Belange, insbesondere der Betroffenheit von Mensch und Umwelt, hat die vorliegende Überprüfung bestätigt, dass der in das Planfeststellungsverfahren eingebrachte Entwurf das schlüssige Ergebnis einer Gesamtabwägung darstellt.“ Der Bericht muss im Rechnungsprüfungsausschuss abgesegnet werden, was laut Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) aus Cuxhaven bedeutet: „Die kürzere Tunnelvariante dürfte damit endgültig vom Tisch sein.“
Nach jetzigem Stand ist der Baubeginn für das Jahr 2014 vorgesehen. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Mit 6,5 Kilometern Länge wird es der zweitlängste Straßentunnel und der längste unter einem Gewässer verlaufende Tunnel Deutschlands sein. Zwei Röhren mit je zwei Fahrstreifen sind in der neuen Elbquerung vorgesehen, die im europäischen Verkehrsplan eine wichtige Achse als Nordwestumfahrung Hamburgs bildet.
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