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Pkw-Maut rollt langsam an

Berlin. Deutsche Autofahrer werden zur Kasse gebeten. Ausnahmsweise nicht an der Tankstelle. So gehen Experten, trotz heftigem Gegenwind aus der Politik, davon aus, dass an einer Pkw-Maut „in den nächsten Jahren kein Weg vorbeiführt“.


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Experten gehen davon aus, dass 2010 die Pkw-Maut eingeführt wird. Foto: dpa

Von Stefan Stöckmann

Bereits ab dem Jahr 2015 sollen Pkw-Fahrer für die Nutzung von außerstädtischen Straßen ins Portemonnaie greifen. Dies geht aus einer Untersuchung des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) hervor. Der demografische Wandel und die steigende Staatsverschuldung machten diesen Schritt nötig, sagt Frank Hunsicker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am InnoZ. Bis 2030 soll die Umstellung von der öffentlichen zur Nutzerfinanzierung der Straßen weitgehend abgeschlossen sein. Über die Höhe der Gebühren konnte das InnoZ keine Angaben machen. Ein Blick ins Ausland könnte aber erste Anhaltspunkte liefern.

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So werden in Frankreich auf den meisten Autobahnen etwa für 100 Kilometer fünf Euro fällig. Gleiches gilt für Italien. Hier werden teilweise auch an Mautstationen Pauschalbeträge kassiert. Österreich hingegen setzt auf unterschiedliche Vignetten, also Aufkleber, die am Auto befestigt werden. Eine Zehn-Tage-Vignette schlägt dabei mit knapp sieben, eine Jahres-Vignette mit knapp 74 Euro zu Buche. Horst Seehofer (CSU) hatte in der jüngsten Vergangenheit für eine deutsche Pkw-Maut die Summe von 100 Euro pro Jahr in den Raum gestellt und löste damit selbst in der CDU einstimmiges Kopfschütteln aus.

CDU und SPD sind sich einig

An dieser Einstellung hat sich innerhalb der CDU nichts geändert. So teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern mit, nach einem Sieg bei der Bundestagswahl definitiv keine Pkw-Maut einführen zu wollen. Auch für Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) steht eine Pkw-Maut nicht auf der Tagesordnung, wie ein Sprecher mitteilte: „Die Einführung einer Pkw-Vignette für alle ist sozial ungerecht.“ Die Pkw-Maut würde eher mehr Staus, Unfälle und Lärm bedeuten, weil sie zu einer Verlagerung des Pkw-Fernverkehrs auf die Bundesstraßen führen würde. Dem kann der ADAC nur beipflichten: „Die Autofahrer würden auf andere Strecken wie Landstraßen ausweichen. Das könnte sehr gefährlich werden“, warnt Andreas Hölzel vom ADAC.

Lkw-Fahrer kennen das Problem schon länger. Seit 2003 müssen sie im Schnitt 15 Cent pro Kilometer auf deutschen Autobahnen bezahlen.



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Artikel vom 30.07.09 - 08:29 Uhr
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