Ein 16-Jähriger erhielt gestern eine Haftstrafe von zwei Jahren, zwei andere bekamen Bewährungsstrafen von 15 und 18 Monaten. Der Vierte wurde wegen Verabredung zu dem Verbrechen zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt.
Wieso die Jugendlichen das Auto anzünden wollten, blieb während der elf Verhandlungstage ungeklärt. Alle vier Angeklagten wollten sich zum Tatmotiv nicht äußern. „Einer der Jugendlichen hegte Wut gegen die Polizei“, sagte Verteidiger Sven Sommerfeldt.
Drei der Angeklagten saßen während des nicht-öffentlichen Verfahrens in Untersuchungshaft. Sicherheitsbeamte führten sie am Mittag in Handschellen in den Gerichtssaal. Nach der Urteilsverkündung waren dann zwei der Teenager wieder frei. Freudestrahlend fielen sie ihren Verwandten in die Arme. Der Hauptangeklagte verließ mit gesenktem Haupt und Tränen in den Augen den Raum. Seine Mutter hielt ihn fest umklammert.
Die Staatsanwaltschaft hatte den jungen Männern versuchten Mord vorgeworfen, weil sie in Kauf genommen hätten, dass der 29 Jahre alte Polizist und seine 27 Jahre alte Kollegin bei dem Brandanschlag sterben könnten. Das habe die Beweisaufnahme nicht ergeben, sagte Gerichtssprecher Thorsten Prange. „Dennoch ist den Jugendlichen sehr wohl klar gewesen, dass die Polizeibeamten schwere Brandverletzungen davon tragen könnten.“
Ein Maskierter hatte damals versucht, die Scheibe des Streifenwagens einzuschlagen. Als das misslang, flüchtete er. Die beiden Polizisten blieben unverletzt. Später fanden die Ermittler in der Nähe des Tatorts einen Schlagstock, einen Molotow-Cocktail, einen Benzinkanister und Einmalhandschuhe.
Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte gestern das Urteil als zu milde. Kriminelle würden so in der Ansicht bestärkt, „dass Straftaten gegen Polizeibeamte eher Kavaliersdelikte sind.“
