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Dow-Chemiewerk in Stade droht das Aus

STADE. Der Bestand des Dow-Werks in Stade könnte mittelfristig gefährdet sein. In einem Antrag fordert die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, die Einfuhr und Verwendung von Asbest und asbesthaltigen Produkten in Deutschland zu verbieten.

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Im Dow-Werk in Stade an der Elbe sind direkt oder über Subunternehmen rund 2000 Menschen beschäftigt.

Sollte der Stader Dow-Konzern seine Anlagen umrüsten müssen, würden sich die Kosten auf geschätzte eine Milliarde Euro belaufen. „Dann stellt sich sofort die Standortfrage“, sagt Joachim Sellner, Unternehmenssprecher der Dow in Stade.

Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Bundestag ist der Asbest-Antrag derzeit nicht mehrheitsfähig. Da aber auch die SPD die Initiative der Grünen im Umweltausschuss unterstützt hat, sind nach der nächsten Bundestagswahl durchaus Mehrheits-Konstellationen vorstellbar, die dazu führen, dass ein absolutes Asbestverbot in Deutschland durchsetzbar ist.

Das Asbest in Stade darf aufgrund einer Ausnahmeregelung für Elektrolyseprozesse genutzt werden. Es dient dabei als eine Art durchlässige Wand bei chemischen Prozessen. Das Dow-Werk in Stade braucht das Asbest zur Herstellung von Chlor und Lauge. Mit 1,5 Millionen Tonnen ist das Werk des weltweit agierenden Konzerns in Europa der größte Hersteller von Chlor, mit dem zum Beispiel Hart- und Weichschäume hergestellt werden, die hinterher im Automobilbau Verwendung finden. Das Asbest verlässt das Werk nie. Die Produkte sind nicht belastet.

Sowohl die Dow als auch die Grünen bestätigen, dass für die Mitarbeiter im Werk in Stade keine Risiken vorhanden sind. Dow ist das einzige Unternehmen, das das auf Asbest basierende Verfahren in Deutschland noch nutzt. Zu einem Drittel wird in der Produktion aber ein Membranverfahren angewandt, das ohne Asbest auskommt. (kw)

Artikel vom 22.02.12 - 07:00 Uhr
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