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„Direktor braucht Entlastung“

Bad Zwischenahn. 120 Direktorinnen und Direktoren niedersächsischer Gymnasien trafen sich gestern in Bad Zwischenahn, um mit Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann (CDU) Anforderungen an die Eigenverantwortliche Schule zu erörtern. Die gymnasialen Schulleiter organisieren sich in der Direktorenvereinigung Niedersachsen. Mit der Vorsitzenden Heidrun Korsch sprach Kurt-Peter Christophersen.

Frau Korsch, wo sind die Stellschrauben, an denen noch gedreht werden muss, damit die Eigenverantwortliche Schule funktioniert?

Die Überlastung der Schulleiter ist evident. Deshalb ist entscheidend, dass Kultusministerium und die Landesregierung versprechen, ab dem nächsten Jahr nach dem Doppelabitur Poolstunden für die Schulleitungen herauszugeben, damit Entlastungen möglich sind und personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Lehrerverbände und Gewerkschaften klagen aber über immer stärkere Belastungen.

Der Ministerpräsident hat zugesagt, dass für die Lehrkräfte an den Gymnasien keine Arbeitszeiterhöhung in Frage kommt, sondern dass nach diesem enormen Arbeitsaufwand an den Gymnasien seit Auflösung der Orientierungsstufen im Jahre 2004 jetzt etwas für die Gymnasien getan werden muss.

Wollen sie mehr Freizeit?

Nein. Es geht darum, dass die Schulleiter in Ruhe an der Qualitätsentwicklung ihrer Schulen weiterarbeiten können und zur intensiven Betreuung der Kolleginnen und Kollegen Zeit haben und nicht in immer mehr Verwaltungsarbeit ertrinken. Mehr Leitungsstunden und kleinere Klassen müssen jetzt das nächste Ziel sein, mehr Führung und kein Management auf Sachbearbeiter-Ebene.

Die Gymnasien haben im Vergleich zu den Haupt-und Realschulen sehr hohe Anmeldezahlen aus den Grundschulen. Werden Gymnasien von Qualitäts- zu Quantitätsschulen?

Das Gymnasium ist und bleibt eine Qualitätsschule. Es ist die Schule des sozialen Aufstiegs, wo nicht die Herkunft, sondern Begabung und Leistung über den Bildungserfolg entscheiden. Für uns ist entscheidend, dass die Kinder zu uns kommen, die die Begabung und Leistungsbereitschaft für eine gymnasiale Ausbildung und dann auch national und international exzellente Möglichkeiten für Studium und Ausbildung haben.

Welche Rahmenbedingungen fordern Sie vom Land?

Das Land soll den Klassenbildungserlass dahin gehend verändern, dass wir von den Klassen mit 33 Kindern in Klasse 5 auf höchstens 28 zurückgehen. Das ist schon freundlich gesagt, weil ich weiß, dass natürlich auch der Finanzminister ein Wort mitredet. Aber das muss man immer wieder deutlich machen: Bildung kostet Geld.

Artikel vom 11.03.10 - 11:00 Uhr
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