Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium mit Wahlkreis Cuxhaven/Stade unterstützte gestern in Glückstadt eine neue „Offensive“ von Wirtschaft und Kommunen aus Schleswig-Holstein und dem Elbe-Weser-Raum für die A20/A22. Motto: „Küstenroute – verbindet mehr“.
Ferlemann räumte ein, dass „das Jahr 2010 entscheidend für die Finanzierung des Tunnels“ wird. Die feste Elbquerung bei Drochtersen gilt als Herzstück der Küstenautobahn, die einmal Polen und den gesamten norddeutschen Raum mit dem Ruhrgebiet und Westeuropa verbinden soll. Die regionale Wirtschaft erwarte von dem Verkehrsprojekt einen erheblichen Wachstumsschub. Ferlemann geht davon aus, dass das komplette Autobahnprojekt bis 2022 fertiggestellt ist, unterstrich er gestern.
Bis zum Jahresende sollen Gutachter nun Vorschläge machen, wie das Milliarden schwere Elbtunnelprojekt im Rahmen einer öffentlich-privatwirtschaftlich Partnerschaft bezahlt werden kann, erklärte Ferlemann. Eine rein privatwirtschaftliche Lösung, bei der ein Konsortium Investition und Betrieb des Tunnels direkt über die Maut deckt, erscheine in diesem Fall unrealistisch, weil die kurze Mautstrecke einer Milliardeninvestition gegenübersteht. Denkbar, so Ferlemann, sei eine Kombination dieses Betreibermodells (F-Modell) mit der vom Autobahnausbau an der A 1 bekannten Finanzierung (A-Modell), bei der der Staat Mauteinnahmen an den privaten Betreiber weiterleitet, gegenüber Dritten jedoch für den Streckenabschnitt verantwortlich bleibt (A-Modell) .
Bei der von den Industrie- und Handelskammern Bremerhaven, Flensburg, Kiel und Stade sowie dem Förderkreis Feste Elbquerung und Förderverein A 22 organisierten Veranstaltung hatte Ferlemann zuvor die Bedeutung der Autobahn als Bypass für Hamburg, zur Verbindung der Seehäfen mit dem Hinterland und zur regionalen Standortaufwertung sowie als Magistrale von europäischem Rang unterstrichen.
Der Cuxhavener Landrat Kai-Uwe Bielefeld betonte, dass bereits der „Wesertunnel ein Glücksfall für die Region“ sei. Eine feste Unterelbe-Querung und Küstenautobahn werde sich zu einer „Wohlstandsachse“ entwickeln.
Der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Stade für den Elbe-Weser-Raum, Jens Lühmann, sagte: „Die Verkürzung der Fahrzeiten durch einen neuen Elbtunnel bringt die Märkte auf beiden Elbseiten viel enger zusammen.“ Auch Lühmann ist optimistisch, dass die Küstenautobahn 2022 fertig ist. Es sei sinnvoll, sicher zu planen und damit Ökologie und Ökonomie gleichermaßen zu berücksichtigen, so Lühmann, der selbst eine Spedition betreibt.
