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Alarmanlage gegen Hacker

Bremen (dpa). Allein in Deutschland kommt es täglich zu mehr als 120 000 Hacker-Angriffen auf Computer. Bremer Forscher wollen den Daten-Spionen nun das Handwerk legen.

Die wirtschaftlichen Schäden belaufen sich nach Schätzungen des Bundesforschungsministeriums auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr – Tendenz steigend. Doch in vielen Fällen bemerken die betroffen Firmen oder staatlichen Einrichtungen gar nicht, dass Datendiebe in ihre Computernetzwerke eingedrungen sind. „75 Prozent dieser Angriffe können bisher nicht erkannt werden“, erklärte gestern Otthein Herzog, Professor für Künstliche Intelligenz an der Universität Bremen. Gemeinsam mit Forschern der Fachhochschule Gelsenkirchen entwickelt er zurzeit ein neuartiges Frühwarnsystem, das den Hackern das Handwerk legen soll.

Das System soll wie eine Alarmanlage Datenspionage rechtzeitig aufdecken, so dass diese abgewehrt werden kann, bevor Schäden entstehen. Seit etwa einem halben Jahr analysieren die Wissenschaftler dafür Daten, die externe Computer an Netzwerke senden. Nach Angaben von Herzog untersuchen sie dabei nur die Datentypen und -adressen, aber nicht die Inhalte. „Aus der Masse dieser Daten filtern wir dann diejenigen raus, die den Angriff von Hackern anzeigen“, erläuterte der Gelsenkirchener Professor Norbert Pohlmann.

Dadurch können die Forscher die Verhaltensmuster von Hackern identifizieren, die sich mit Hilfe bestimmter Strategien in die Netzwerke einschleichen. Diese Muster kennt das auf künstlicher Intelligenz basierende Frühwarnsystem und kann sie deshalb enttarnen. „Es lernt mit jedem Angriff dazu und wird besser“, ergänzte Herzog. Das Bundesforschungsministerium unterstützt das Projekt mit rund 2,7 Millionen Euro.

Artikel vom 07.04.09 - 06:00 Uhr
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