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Starke Stimme singt gute Songs

Bremerhaven (ulm). „Berühr mich jetzt, und ich sag dir, was ich fühl“, singt Bergitta Victor. Das klingt verdammt nach Schlager. Macht aber nichts, denn die kleine Frau mit dem großen Afro, die eben noch als Jazz- und Bluessängerin brilliert hat, steht dazu. „Nur nicht festlegen lassen“, lautet ihre Devise, und wenn das den großen Plattenfirmen nicht gefällt, ist es deren Pech. Und ein Glück für das Publikum, das so im Theater im Fischereihafen (TiF) ein ebenso beeindruckendes wie abwechslungsreiches Konzert erlebte.

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Bergitta Victor mag sich nicht auf einen Stil festlegen. Foto: map

Bergitta Victor krempelte die Jeans über den nackten Füßen auf (schließlich ist man ja an der Küste), setzte sich auf den Barhocker und legte los. Ein paar englischsprachige Nummern zwischen Blues, Rock und Pop, nach spätestens zehn Minuten war klar, dass es hier eine außergewöhnlich selbstsichere Sängerin zu hören gab. Eine starke, enorm anpassungsfähige Stimme, gute Songs und dazu die nie gekünstelt wirkende Bühnenpräsenz. Auf das kämpferische „Pride“ folgte zum Entspannen der „Silly Song“.

Bestechende Soli

Dass sie sich nicht festlegen lassen will, liegt wohl auch an ihrer Biografie: Bergitta Victor ist auf den Seychellen geboren, in Tansania und später in der Schweiz aufgewachsen, lebt heute in Berlin. Da liegt das „Weltmusik“-Etikett nah, aber gerade das wies sie mit einem Mix aus deutsch gesungenen Liedern, Funk und Calypso gekonnt zurück. Gerade bei komplexeren Rhythmen bewies die aus Max Nauta (Kontrabass), Wulf Winkelmüller (Piano), Johannes Haage (Gitarren) und Lorenz Hunziker (Schlagzeug) bestehende Band ihre große Klasse und erhielt Gelegenheit zu bestechenden Soli.

Die Aufmerksamkeit richtete sich trotzdem vor allem auf die Frontfrau, die am Ende noch zu ihren Wurzeln zurückkehrte: „Sesel“, eine Ode an die Seychellen und der Titelsong ihres gleichnamigen Debütalbums (jazzhaus), markierte einen der Höhepunkte des Konzerts. Einen der Höhepunkte wohlgemerkt, denn es folgte nur von der akustischen Gitarre begleitet und ebenfalls auf Kreolisch, das von ihrem Onkel geschriebene „Donn li en rev“ als Zugabe. Bergitta Victor, die Sängerin ist einfach klasse.

Artikel vom 14.09.09 - 12:00 Uhr
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