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Das Beste kommt zum Schluss


Bremerhaven. Von höflichem Applaus zu begeistertem Beifall – mit der Eröffnungsgala im Großen Haus sind der neue Stadttheater-Intendant Ulrich Mokrusch und sein Ensemble endgültig in Bremerhaven angekommen. Die anfängliche Skepsis und Nervosität verwandelte sich in unbeschwerte Feststimmung, die Ausschnitte aus Musiktheater, Schauspiel und Ballett machten unbedingt Lust auf mehr. Von Ulrich Müller


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Das Schauspielensemble schob gemeinsam eine Treppe nach vorne, nahm Platz und stellte sich mit Textausschnitten aus vier Stücken der kommenden Spielzeit vor. Foto asc-f

Dabei wählten Mokrusch (Foto) und Generalmusikdirektor Stephan Tezlaff, der sich am Dirigentenpult im Laufe des Abends mit Richard Fletcher, Hartmut Brüsch und Rodolfo Cázares abwechselte, keinen leichten Weg. Zum Auftakt pustete nämlich das Städtische Orchester dem Publikum mit dem „Sturm Interludium“ aus Benjamin Brittens Oper „Peter Grimes“ so richtig die Ohren frei und toste ebenso vehement wie gekonnt gegen eingefahrene Hörgewohnheiten an: Chapeau! In ruhigeres Fahrwasser wechselte die Gala dann mit den Arien aus Oper und Operette: Verdis „Un giorno die regno“, Mozarts „Cosi fan tutte“ und Kálmáns „Csárdásfürstin“ mit Chören sowie alten und neuen Solisten – alle Künstler wurden noch einmal zurück auf die Bühne geklatscht.

Erste Begegnung

Das Schauspielensemble schob gemeinsam eine Treppe nach vorne, nahm Platz und stellte sich mit Textausschnitten aus vier Stücken der kommenden Spielzeit vor. Die erste Begegnung mit vielen neuen Gesichtern, einen verdienten Sonderapplaus konnte Andreas Möckel in der Rolle des Grünlich aus den „Buddenbrooks“ für sich verbuchen. Auch das Ballett durfte nicht fehlen, der „Blumenwalzer“ aus Sergei Vanaevs „Nussknackerspiel“ präsentierte die neue Tänzerin Maria Bayarri Perez, farbenfrohe Kostüme und eine gewohnt spritzige Choreografie.

Nach der Pause kehrte Bariton Werner Kraus mit dem „Prolog“ aus „Der Bajazzo“ als Solist ans Stadttheater seiner Geburtsstadt zurück. Ann Juliette Schindewolf überzeugte mit einer anrührenden Arie aus Henry Purcells „Dido und Aeneas“, die Barockoper wird in Bremerhaven als Doppelaufführung mit Béla Bartóks „Herzog Blaubarts Burg“ zu erleben sein. Altes und Neues traf sich auch bei der traditionellen Verlosung der drei Theaterreisen, denn zur Musik von Johann Strauß regneten die teilnehmenden Eintrittskarten diesmal von der Decke auf Notar Dr. Manfred Ernst und seine Assistentin herunter.

Lust auf Bernstein

Gewinner gab's natürlich trotzdem, und so blieb anschließend ein entspannter Blick auf das Musical, bei dem die beiden Neulinge Peter Kubik und Pinelopi Argyropoulou Appetit auf New York und Leonard Bernsteins „On the Town“ machten. Am Ende schloss Sopranistin Miriam Gordon-Stewart als Tosca den Kreis, den sie mit der Arie der Ellen aus „Peter Grimes“ begonnen hatte: Das Beste kommt immer zum Schluss. Das Publikum jedenfalls war hingerissen, erhob sich nach und nach aus den Sitzen und feierte noch einmal alle Mitwirkenden mit anhaltendem Beifall: Die Spielzeit 2010/2011 hat begonnen.

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Das Schauspielensemble schob gemeinsam eine Treppe nach vorne, nahm Platz und stellte sich mit Textausschnitten aus vier Stücken der kommenden Spielzeit vor. Foto asc-f
Artikel vom 06.09.10 - 16:00 Uhr
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