
Jedenfalls ist Juri Yakushev von den „Maxim Kowalew Don Kosaken“ ein wahrer Kellermeister des Gesangs. In der Wulsdorfer Dionysiuskirche sang er „Die Legende von den zwölf Räubern“. Sie handelte von dem Ober-Räuber Kudejar, der raubt und liebt, dann aber seine Schandtaten bereut und in ein Kloster zieht. Yakushev, der Mann mit der Schwärze in der Stimme, der Triumphator der Tiefe, war genau der richtige Sänger dafür.
Zusammen mit sechs Gesangkollegen präsentierte Yakushev traditionelle Lieder, Sakralmusik und Werke des ukrainischen Komponisten Dimitri Stepanowitsch Bortnjanski. Liebe und Religion waren dabei die Hauptthemen. Russisch-orthodoxe Feierlichkeit wechselte sich ab mit düsterer Melancholie und archaischen Kosaken-Märschen. Der Chor hatte eine große Stimmgewalt, die wunderbar von der Akustik in der Kirche in die Zuhörer transportiert wurde. Die Mehrstimmigkeit war durchsichtig, die Intonation weitgehend sicher. In der ersten Hälfte waren die Tenöre manchmal einen Hauch zu tief, und die Intervallsprünge in einigen Fällen etwas unsanft und hauruck-mäßig – Kleinigkeiten, die in der zweiten Hälfte des Konzertes nicht mehr vorkamen.
Jeder der Sänger trat auch als Solist auf. Der Tenor Viktor Dzemiankov zeigte großen Nuancen-Reichtum bei den „Abendglocken“, während die Bässe lautmalerisch die Glocken nachahmten. In der zweiten Hälfte des Konzertes, während derer die Sänger entspannter wirkten, als in der ersten, gab es auch ein paar Humor-Einlagen. Unterstützt von einem Akkordeon sangen die Kosaken die „Kalinka“, und mit „Guten Abend, gut‘ Nacht“ verabschiedeten sie sich vom Publikum. Dieses hatte ein großes Begeisterungspotential, das von den Kosaken begrenzt genutzt wurde. Wenn sie es nur mehr angefeuert hätten: Es hätte ihnen aus der Hand gefressen.
