Miriam Pielhau
meldet sich mit dem SAT.1-Magazin "... ins Grüne!" (ab 10.10., sonntags, 19.00 Uhr) wieder zurück

Bis vor zwei Jahren konnte Miriam Pielhau (35) auf ihrer steilen Karrierestrecke quer durch die private Senderlandschaft scheinbar nichts aufhalten: Die kesse Heidelbergerin mit deutsch-iranischen Eltern wirbelte von einem Auftraggeber zum nächsten und zog unter anderem bei RTL II ("Big Brother", "Baustelle Liebe"), ProSieben ("taff"), SAT.1 ("Weck up"), RTL ("Entern oder kentern") oder dem Tele-5-Kinomagazin die Blicke auf sich. Im Frühjahr 2008 ereilte sie eine medizinische Hiobsbotschaft, die Diagnose lautete Brustkrebs. Die glücklich überstandene Operation und die anschließende Therapie beschrieb die Wahl-Berlinerin in ihrem Selbsthilfe-Buch "Fremdkörper". Nach einer etwas längeren Auszeit meldet sich Miriam Pielhau jetzt zurück - mit drei Sendungen, die "100-prozentig" zu ihr passen, wie sie versichert: Für SAT.1 moderiert sie ab 10. Oktober, immer sonntags, 19.00 Uhr, zunächst vier Folgen von "... ins Grüne! Das Stadt-Land-Lust-Magazin". Beim Frauensender Sixx trifft sie sich ab Dienstag, 5. Oktober, um 21.10 Uhr, mit vier prominenten Kolleginnen zum TV-Tratsch "Freundinnen - Mädelsabend mit Biss". Und ab Ende November erhält sie unter dem Motto "Ein Wochenende mit ..." eine eigene Porträt-Reihe im öffentlich-rechtlichen RBB.

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Regenerieren im Grünen: Miriam Pielhau zieht es auch privat immer wieder raus in die Natur.
Bild von: SAT.1 / Stephan Pick
teleschau: Frau Pielhau, schön Sie wieder im Fernsehen zu sehen.

Miriam Pielhau: Für mich fühlt sich das gar nicht so ungewöhnlich an. In den Monaten, in denen ich zuletzt etwas länger nicht auf dem Bildschirm präsent war, habe ich viel hinter den Kulissen erledigt: Ich überlege gerade, ob ich ein neues Buch veröffentlichen werde. Außerdem nahm ich viel Schauspielunterricht und arbeite an TV-Konzepten. Das ist eben der eher leise Teil im Leben einer Moderatorin.

teleschau: Wenn Sie von Konzepten sprechen: Wie früh waren Sie in die Entwicklung der neuen SAT.1-Sendung "... ins Grüne! Das Stadt-Land-Lust-Magazin" eingebunden?

Miriam Pielhau: Wie genau der Weg von der ersten Idee zur fertigen Sendung verlief, kann ich selbst nicht mehr ganz sagen. Es war auf jeden Fall nicht so, dass sich der Sender einfach die erfolgreichen Print-Magazine wie "Landlust" eins zu eins zum Vorbild genommen hat.

teleschau: Wirklich nicht?

Miriam Pielhau: Nein. Jeder weiß, dass man nicht einfach ein Print-Magazin ins Fernsehen überführen kann. Die Zuschauer verhalten sich ja ganz anders als Leser. Ein Magazin wird in die Hand genommen, durchgeblättert, wenn man Zeit und Lust dafür hat - und dann auch wieder weggelegt. Im Fernsehen muss man dafür sorgen, dass die Zuschauer eine knappe Stunde lang interessiert zusehen. Dafür haben wir ganz andere Möglichkeiten, die Menschen, die wir zeigen, zu Wort kommen zu lassen. Und außerdem zeigen wir ja bewegte Bilder und nicht nur Fotos.

teleschau: Ab welchem Stadium kamen Sie denn als Moderatorin für die neue Sendung ins Spiel?

Miriam Pielhau: Ich war ab der Casting-Phase im Gespräch. Als mir meine Managerin vom Konzept für "... ins Grüne!" erzählte, sagte ich gleich zu ihr: Das ist meine Sendung! Schon bei den ersten Probeaufnahmen, die wir im Freien drehten, schweifte ich schnell vom vorgeschriebenen Text ab und erzählte einfach von meinen eigenen Gartengeschichten. Die Redaktion war von meiner Begeisterung offenbar sehr angetan.

teleschau: Wie erklären Sie sich denn eigentlich das enorm angestiegene Interesse für Themen rund ums Landleben?

Miriam Pielhau: Ich habe natürlich keine wissenschaftliche, aber zwei Pielhau-geprüfte Erklärungen. Erstens: Wir sind multimedial vernetzt und über Telefon oder Internet überall erreichbar. Durch diese "Segnungen" der modernen Technologie kommen wir aber nicht mehr wirklich zur Ruhe. Eine Zeitlang hält man das durch, aber irgendwann rebelliert die Seele. Entweder man merkt das selbst, oder man bekommt es durch körperliche Wehwehchen zu spüren. Instinktiv weiß aber doch jeder, dass Erholung und Abschalten in der Natur am besten funktionieren.

teleschau: Und der zweite Grund?

Miriam Pielhau: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten besinnen sich die Menschen doch auf alte Werte und Traditionen zurück. Das fängt bei Familien, Freunden und der Mitmenschlichkeit an - und geht bis hin zur Frage: Wo finde ich überhaupt noch Verlässlichkeit? Und auch so landet man schnell auf dem Land und in der Natur.

teleschau: Ist es dann nicht ein Widerspruch in sich, ein Magazin für Natur-Romantik ausgerechnet im Fernsehen zu zelebrieren?

Miriam Pielhau: Das ist eine super berechtigte Frage. Ich fragte mich auch, ob es überhaupt funktionieren könnte, dass sich der Zauber der Natur im Fernsehen überträgt. Als ich dann die ersten Bilder sah, war ich mehr als überzeugt. Natürlich gilt nach wie vor: Nichts kann das echte Erleben in der Natur ersetzen. Aber wir können mit unserem Magazin vielleicht die Neugier der Menschen aufs Rausgehen wieder wecken.

teleschau: Was unterscheidet "... ins Grüne! Das Stadt-Land-Lust-Magazin" denn von anderen Naturmagazinen?

Miriam Pielhau: Die Bilder wurden außerordentlich ästhetisch gefilmt. Das sieht ein wenig aus wie die Aufnahmen aus gedruckten Magazinen wie "Geo" oder "National Geographic". Auch wer nur mal kurz vorbeizappt, dürfte schon allein wegen der schönen Naturbilder bei uns hängenbleiben. Wir liefern den Zuschauern den Vorgeschmack dessen, was man selbst erleben kann, wenn man draußen die Nase in den Wind steckt.

teleschau: Werden Sie denn auch wie einst Peter Lustig in "Löwenzahn" Ihr Publikum auffordern, nach der Sendung den Fernseher auszumachen und wirklich "ins Grüne" zu gehen?

Miriam Pielhau: (lacht) Ich gehe davon aus, dass die Leute, die unsere Sendung ansehen werden, selbst einschätzen können, wann sie den Fernseher ein- oder ausmachen sollten. Ich will niemanden bevormunden.

teleschau: Heißt das, dass Sie auf jeden Fall einen verbrieft grünen Daumen haben?

Miriam Pielhau: Ich bin nicht perfekt und habe auch nicht Gartenbau studiert. Meine Nachbarin, eine Landschaftsarchitektin, ist meine Lehrmeisterin, die ich immer fragen kann. Aber ich habe eine sehr große Leidenschaft für meinen kleinen Garten. Die Kräuterecke dort ist mein ganzer Stolz ...

teleschau: Was darf dort nicht fehlen? Bei welcher Pflanze werden sie unruhig, wenn Sie verwelkt?

Miriam Pielhau: Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Rosmarin, Salbei - die sind für mich unverzichtbar. Liebstöckl muss nicht sein, hab ich aber trotzdem sehr gerne. Es ist aber noch mehr: Ich lebe den grünen Lebensstil. Ich beziehe Ökostrom, trenne den Müll penibel und esse regionales Obst und Gemüse. Das wenige Fleisch, das ich esse, kaufe ich vom Bauern in Brandenburg.

teleschau: Hat Sie die Behandlung Ihrer Krebserkrankung in diesen Fragen sensibler gemacht?

Miriam Pielhau: Ich lebe umweltbewusst, seit ich klein war. So eine Erfahrung wie "Mein 2008", wie ich sie mittlerweile nur noch nenne, trägt schon dazu bei, dass man noch behutsamer mit sich umgeht - und die Schönheit der Natur noch mehr zu schätzen weiß. Es ist ein Glück, ein Detail, das wichtig wird: Ich freue mich heute noch stärker über einen sonnigen Tag oder einen Waldspaziergang. Früher hätte ich vielleicht ähnlich gefühlt - aber jetzt sind meine Sinne eben extrem geschärft.

teleschau: Wo gehen Sie denn in Berlin hin, wenn Sie einmal auf die Schnelle glückliche Natur-Momente genießen wollen?

Miriam Pielhau: Mich zieht es immer wieder in den Plänterwald. Das ist ein kleines Stück Natur südlich vom Treptower Park. Früher war hier der Freizeitpark der DDR, der heute total verfallen ist - mit langsam vor sich hin verrottenden Achterbahnen und überwachsenen Fahrgeschäften. Mich fasziniert, wie die Natur sich den Park allmählich zurückerobert.

teleschau: Wenn Sie von den Vorzügen Ihrer neuen SAT.1-Natursendung schwärmen, fühlt man sich fast an ein öffentlich-rechtliches Fernsehen erinnert.

Miriam Pielhau: Warum denn auch nicht? "Öffentlich-rechtlich" ist für mich ein Kompliment, wenn damit gemeint ist, dass die Sendung sehr aufwendig recherchiert und liebevoll aufbereitet ist. Andere empfinden das Etikett als Beleidigung, weil man den Öffentlich-Rechtlichen oft Verstaubtheit und ein sehr rückwärtsgewandtes Fernsehen unterstellt. Ich setze darauf, dass nicht nur das Thema, sondern auch unsere Erzählweise die Zuschauer begeistert - und zwar auch die Zuschauer, die sonst nur schnelle Schnitte und Häppchen-Informationen gewohnt sind.

teleschau: Ist "... ins Grüne" für Sie als Moderatorin nicht der größtmögliche Gegensatz zur Enge und Künstlichkeit von "Big Brother"?

Miriam Pielhau: Das kann man schon so sehen.

teleschau: Wenn Sie sich so weiterentwickeln, müssten Sie ja als nächstes einmal eine Expeditionssendung oder Bergberichte moderieren?

Miriam Pielhau: (lacht) Ich habe im Moment Sendungen, die perfekt zu mir passen.

teleschau: Wie viel "Grünes" steckt denn in dem Sixx-Mädelsabend, bei dem Sie neben Estefania Küster, Yasmina Filali, Evelyn Horst und Birgit Ehrenberg zu sehen sein werden?

Miriam Pielhau: Wir schnippeln schon mal nebenbei Gemüse - und ich werde kochen. Neben den Kochrezepten wird man in der Sendung sicher auch Hinweise erhalten, wo man sich gesundheitsbewusst mit Nahrungsmitteln versorgen kann.

teleschau: Aber es wird jetzt nicht um die aphrodisierende Wirkung von Kräutern gehen, oder?

Miriam Pielhau: (lacht) Wir reden nicht nur über Sex, Sex und Sex. Unsere Themenpalette reicht von Sarrazin bis zum Schuhkauf. Das macht letztlich auch die Herausforderung dieser Sendung aus: Wir behandeln Themen des alltäglichen Lebens - und stellen uns dabei mit unserer eigenen Meinung ehrlich an die Bühnenrampe.

teleschau: Kann man das kreative Chaos, wenn fünf Freundinnen über Gott und die Welt reden, überhaupt fürs Fernsehen bändigen?

Miriam Pielhau: Nein, natürlich nicht! Frauen sind grundsätzlich nicht zu bändigen. Darum wird es ja so toll. (lacht)

teleschau: Theoretisch können Sie also noch mit in die Sendung nehmen, was Sie gerade erst fünf Minuten vorher im Radio gehört haben.

Miriam Pielhau: Genau so ist es. Aber ich habe nicht vor, aus der Sendung einen Seelen-Striptease zu machen. Ich suche mir ganz einfach Themen, von denen ich glaube, dass sie der Sixx-Zuschauerin gefallen.

teleschau: Und die Zuschauer fühlen sich dann so, als säßen sie mit fünf Freundinnen zusammen ...

Miriam Pielhau: Scharf beobacht. Und das auch noch aus dem Munde eines Mannes. Respekt!
teleschau der Mediendienst




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Unbeschwert: Nach ihrer Krebserkrankung meldet sich Miriam Pielhau wieder im Fernsehen zurück.
Bild von: SAT.1 / Stephan Pick
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Rein in die Botten: Auch in klobigen Gummistiefeln macht SAT.1-Moderatorin Miriam Pielhau eine gute Figur.
Bild von: SAT.1 / Stephan Pick
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Mit dem SAT.1-Magazin "... ins Grüne!" möchte der Sender auf den aktuellen Landlust-Trend aufspringen.
Bild von: SAT.1 / Stephan Pick
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Alles öko, oder was? Obst und Gemüse kauft Miriam Pielhau selbstverständlich nur bei Bauern aus der näheren Umgebung.
Bild von: SAT.1 / Stephan Pick
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Verführung zum Ratschen (von links): Evelyn Holst, Birgit Ehrenberg, Miriam Pielhau, Yasmina Filali und Estefania Küster treffen sich beim Frauensender Sixx zum Mädelsabend.
Bild von: Sixx / Rauner_MacMatzen Holger Raune
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