Nina Brunner
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3sat-Porträt Nina Brunner
moderiert das Musikmagazin "Tonspur" (ab 4. August, mittwochs, 22.25 Uhr) bei 3sat

Spätestens seit dem Nick-Hornby-Bestseller "High Fidelity" dürfte es weithin bekannt sein: Den Charakter eines Menschen kann man nirgendwo besser ablesen als an seinem Musikgeschmack. Eigentlich rätselhaft, dass es unter den unzähligen Personality- und Talkformaten im Fernsehen bislang keines gab, das diese Steilvorlage aufgenommen hat. Nun aber reklamiert 3sat seine kulturelle Kernkompetenz und schickt ein weitgehend unverbrauchtes Gesicht ins Rennen. Nina Brunner, ein 29-jähriges 3sat-Eigengewächs aus der Schweiz, präsentiert zunächst fünfmal die Musiksendung "Tonspur" (ab 4. August, mittwochs, 22.25 Uhr). Prominente Zeitgenossen stellen den "Soundtrack ihres Lebens" zur Diskussion und Interpretation.

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Eine Eidgenossin fürs Kulturfernsehen: Nina Brunner (29) moderiert bei 3sat das neue Musikmagazin "Tonspur".
Bild von: ZDF / Daniel Winkler
So gesehen führt der Verweis auf Nick Hornby dann doch ein bisschen in die Irre. Denn eine Sendung von und für geschmäcklerische Popnerds ist "Tonspur" nun gerade nicht. "Die Gäste müssen nicht zwingend Musikversessene sein. Es geht darum, über die Musik einen anderen Zugang zu erhalten", erklärt Nina Brunner, die sich über das 3sat-Magazin "Schweizweit", das sie seit 2006 moderiert, für neue Aufgaben empfahl.

Zum Auftakt am 4. August trifft die Zürcherin aber nicht nur auf einen Eidgenossen, sondern eben doch auf einen ausgewiesenen Popkenner. Die Playlist von Boris Blank, Mitbegründer des Avantgarde-Duos Yello, soll aber weniger seine Geschmackssicherheit demonstrieren - wer würde daran auch zweifeln? -, als vielmehr seelische Einblicke offenbaren. Was ist das für ein Mensch, der sich hinter jeweils zehn handverlesenen Titeln verbirgt?

Durchaus ein anspruchsvolles Rätsel, weiß auch Nina Brunner. Zumal es nicht nur um Lieblingslieder gehe. "Es kommt vor, dass in einem Schlüsselmoment ein Lied gespielt wird, das man gar nicht mag. Und doch erinnert es einen auch Jahre später an genau diesen einen Moment im Leben. Unsere Profiler haben also keine leichte Aufgabe."

Die drei "Profiler", das sind Tamara Conniff, Ex-Chefredakteurin des amerikanischen "Billboard Magazine", Musikverleger und Kulturmanager Reto Bühler sowie Poptausendsassa Tim Renner, Produzent, Journalist, Autor und Chef von Motor Entertainment. An der Moderatorin selbst hätten sie wohl eine besonders harte Nuss zu knacken, deren Musikgeschmack "von Blues über die Szeneband Trio From Hell bis zu experimenteller Volksmusik" reicht. "Was das über meine Persönlichkeit aussagt? Vielleicht, dass ich ein interessierter, offener Mensch bin. Da müssten Sie aber besser die Profiler fragen."

Vielleicht würden die auch auf romantisches Fernweh schließen. Denn eine besonders lebhafte Erinnerung verbindet die Schweizerin mit dem Song "Lubenica" des Filmemachers Emir Kusturica. "Ich hörte Emir Kusturica & The No Smoking Orchestra erstmals am Paléo Festival in Nyon. Es regnete in Strömen, und so stapfte ich durch den Matsch zu einem Zelt, in dem, wie mir schien, witzige Menschen verschwanden." Nina Brunner stapfte hinterher und hegt seither einen Wunschtraum: "in einer alten Klapperkiste durch den Balkan zu reisen."

Dass die 29-Jährige aber nicht nur verträumt, sondern durchaus auch zielstrebig ist, darauf lässt ihre noch junge Medienlaufbahn schließen. Nina Brunner studierte Ethnologie und Filmwissenschaft in Zürich und landete über ein Praktikum bei einem örtlichen Privatsender. Kein Wunder, dass 3sat sie als Verkörperung der "modernen Schweiz" anpreist. "Ich sehe das als Kompliment", sagt die Moderatorin, "denn die Schweiz ist sehr vielfältig und weit moderner, als es das Klischee vermuten lässt."

Dass es das Land der Edelchronometer zwischen modernen und konservativen Kräften gerade ein wenig zerreißt, mag sie aus der Innensicht nicht bestätigen. "Ich nehme die politischen Auseinandersetzungen als sehr lebendig und komplex wahr. Die Schweiz hat ein einzigartiges Demokratiesystem." - Und jede Menge Lebensqualität obendrein. Vor allem Zürich im Sommer: "der See, die unzähligen Badeanstalten, der Blick auf die Glarner Alpen und eine gehörige Portion Savoir vivre. Überall ist was los. Auch musikalisch übrigens!"

Und wer weiß? Vielleicht ist auch in der Moderatorenkarriere der Nina Brunner bald schon einiges mehr "los". Dass 3sat ein prima Sprungbrett für aufgewecktes weibliches Personal sein kann, bewiesen zuletzt etwa Katrin Bauerfeind und Charlotte Roche. Liebäugelt die Schweizerin etwa auch schon mit größeren Aufgaben vor der Kamera? "Ich liebäugle nicht mit der Größe von Aufgaben", wiegelt sie elegant ab, "sondern mit deren Qualität und bin immer offen für interessante Projekte - auch für kleine und feine."

Fünfmal hat sie nun bei 3sat Gelegenheit, ein solches kleines und feines Projekt umzusetzen. Auf Premierengast Boris Blank folgen unter anderem Element-Of-Crime-Frontmann und Romancier Sven Regener, Medienunternehmer Roger Schawinski und Sängerin Stefanie Heinzmann. Immerhin: Das Vertrauen des Senders in das neue Format scheint groß zu sein. Der Start der zweiten Staffel ist bereits für 6. Oktober terminiert.
teleschau der Mediendienst




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Sag mir, was du hörst, ich sag dir, wer du bist: Nina Brunner spricht im 3sat-Magazin "Tonspur" mit prominenten Gästen über den "Soundtrack ihres Lebens".
Bild von: ZDF / Daniel Winkler
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Im neuen 3sat-Magazin "Tonspur" (ab 4. August, mittwochs, 22.25 Uhr) stellen prominente Zeitgenossen den "Soundtrack ihres Lebens" zur Diskussion und Interpretation.
Bild von: ZDF / SF
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