Christian Oliver
spielt in "The Good German" (Fr., 28.08., 22.30 Uhr, ZDF) einen deutschen Raketenspezialisten
"Eigentlich wäre ich lieber Fußballspieler geworden als Schauspieler", gesteht Christian Oliver. Der 37-Jährige ist dem deutschen Publikum hauptsächlich als Kommissar Jan Richter aus der RTL-Serie "Alarm für Cobra 11" (2002 bis 2004) bekannt. Er sei ein ganz guter Kicker gewesen. "Aber in der Pubertät waren mir dann die Frauen wichtiger als der Fußball", gibt der Schauspieler, der seit 14 Jahren in Los Angeles lebt, lachend zu. Seinen ersten großen Auftritt hatte er 1994 in der Teenie-Serie "California Highschool 2". Seither arbeitet er sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks. Immer wieder übernimmt er auch Rollen in großen Hollywoodproduktionen. Zuletzt war Christian Oliver in "Operation Walküre - Das Stauffenberg-Attentat" (2008) zu sehen, und 2005 spielte er in dem Drama "The Good German", das das ZDF am 28. August als Free-TV-Premiere zeigt (22.30 Uhr), an der Seite von Cate Blanchett und George Clooney.

Christian Oliver spielte von 2002 bis 2004 Kommissar Jan Richter in der RTL-Serie "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei".
Bild von: RTL
teleschau: Was war für Sie Ihr bisher interessantestes Projekt?
Christian Oliver: Ich denke, bei allen gab es Momente, die ich auf gar keinen Fall missen wollte. Aber "The Good German" (2005) war schon etwas ganz Besonderes. Die Arbeit verlief sehr menschlich und angenehm. Ich wurde als vollkommen gleichberechtigter Kollege behandelt, obwohl so viele Stars am Set waren. Und es war ein einmaliges Erlebnis, mit Steven Soderbergh drehen zu dürfen.
teleschau: Wie war die Zusammenarbeit mit George Clooney?
Christian Oliver: Der Typ ist der Hammer - ein strahlender Mensch, der das Leben genießt. Genau, wie man ihn sich vorstellt. Er ist sich sehr bewusst, dass es ihm sehr gut geht, und er will andere daran teilhaben lassen. Seine Lebenslust ist ungemein ansteckend.
teleschau: Cate Blanchett spielt Ihre Ehefrau ...
Christian Oliver: Mit Cate Blanchett zu arbeiten, war eine Gnade. Ich musste mich immer ein bisschen zwicken, ums zu glauben. In meinen Augen ist sie die größte Schauspielerin, die es gerade gibt, und sie fragte mich, wie wir eine Szene angehen sollen.
teleschau: In Ihrem jüngsten Projekt "Ein Haus zum Träumen" spielen Sie jemanden, der alte Häuser renoviert. Sind Sie handwerklich begabt?
Christian Oliver: Mit den Händen bin ich gut. Das kann man jetzt interpretieren, wie man will (lacht). Nein, ganz ehrlich, ich liebe Handwerken. Es ist mein Traum, selbst mal ein Haus auf- beziehungsweise umzubauen.
teleschau: Wenn die Schauspielerei mal nicht so klappt, gibt es also eine Alternative?
Christian Oliver: Das haben schon ganz andere gemacht. Was gut genug für Harrison Ford ist, ist sicher gut genug für mich.
teleschau: Sie leben in Los Angeles. Wie kam es dazu?
Christian Oliver: Das frage ich mich manchmal auch (lacht). Es war eine Mischung aus Abenteuerlust und "Hans im Glück". Nach dem Abitur machte ich ein Praktikum bei einer Werbeagentur in New York. Eigentlich waren danach für ein Jahr Praktika auf der ganzen Welt geplant. Aber stattdessen nahm ich mir eine Auszeit. Ich hatte schon immer als Hobby geschauspielert, doch ich glaubte nicht, dass ich davon leben könnte. Nach einem halben Jahr ging ich dann von einem Tag auf den anderen nach L.A . Dort hatte ich ein ziemliches Glück und landete bei der Teenie-Serie "California Highschool 2".
teleschau: Und Sie entschlossen sich, dort zu bleiben?
Christian Oliver: Meine Mutter sagt immer, ich wäre für drei Monate nach Amerika gegangen und nie mehr zurückgekommen. Das stimmt natürlich nicht ganz. Ich bin genauso oft hier wie in den USA.
teleschau: Vermissen Sie Deutschland manchmal?
Christian Oliver. Ja, unbedingt. Ich liebe dieses Land, und wenn man mal eine Zeit woanders verbringt, merkt man auch, wie gut mans hier hat.
teleschau: Was ist der größte Unterschied?
Christian Oliver: Ganz klar der Optimismus. In den USA ist ein Glas halb voll, wenn es in Deutschland nichts mehr zu trinken gibt. Sogar jetzt in Zeiten der Finanzkrise sind die Amis viel positiver. Und dank Barack Obama rücken die Staaten wieder in das Licht, in das sie meiner Meinung nach gehören. Andererseits haben wir den Amerikanern viel voraus, was Technologien und allgemeinen Lebensstandard betrifft. Die Straßen hier zum Beispiel sind unglaublich sauber, während man in den USA durch manche Gegenden fährt und glaubt, man ist in der Dritten Welt gelandet.
teleschau: Apropos Barack Obama ...
Christian Oliver: Gott sei Dank ist er jetzt im Amt. Jahrelang musste ich mich rechtfertigen, wie man überhaupt noch in die USA reisen, geschweige denn, dort leben kann. Und die politischen Aspekte stehen noch auf einem ganz anderen Papier. Nur weil dieser Idiot ... Nun ja, es gibt wohl noch wesentlich schlimmere Menschen. Bush hat vermutlich gar nicht gerafft, was er dem Land angetan hat. Mit Obama hingegen haben wir, glaube ich, jemanden gefunden, der die Welt wieder näher zusammenbringt und uns wieder optimistischer in die Zukunft blicken lässt. Auch wenn wir gerade durch ein Tal gehen.
teleschau: Wie lebt es sich als Deutscher in L.A.? Gibt es eine deutsche Gemeinschaft?
Christian Oliver: Nein, das ist komisch. Die Deutschen halten nicht wirklich zusammen, im Gegensatz zum Beispiel zu den Australiern. Ich hoffe, dass sich das ändert. Aber es ist schon sehr positiv, dass inzwischen so viele in Hollywood mitmischen. Je mehr, desto besser.
teleschau: Ist das viele Hin- und Herreisen schwierig für die Beziehung?
Christian Oliver: Überhaupt nicht. Meine Freundin ist auch deutsch. Ich habe mir sozusagen eine Frau importiert.
teleschau: Ist sie auch Schauspielerin?
Christian Oliver: Nein, zum Glück nicht. Einer pro Raum ist genug (lacht). Schauspieler wie Schauspielerinnen sind nicht die Unkompliziertesten und leben gerne chaotisch und in den Tag hinein. Da braucht es einen Partner, der das etwas ausgleicht.
teleschau der Mediendienst

"Mit Cate Blanchett zu arbeiten, war eine Gnade", findet Christian Oliver, der in "The Good German" einen deutschen Raktenspezialisten spielt.
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Christian Oliver spielte in Steven Soderberghs "The Good German" Cate Blanchetts Ehemann. "Es war ein einmaliges Erlebnis, mit Steven Soderbergh drehen zu dürfen."
Bild von: ZDF / Melinda Sue Gordon