Dienstag, 04.05.2010 - ZDF: 20.15 Uhr
Windstärke 9 - Höllenritt der Hochseefischer
Suche nach dem Jackpot auf See
Die deutsche Hochseefischerei gilt als bedrohter Wirtschaftszweig - unter schwarz-rot-goldenen Farben betreiben nur noch neun große Fangfabrikschiffe die Hochseefischerei. Dazu kommen fünf kleinere "Hochseekutter". Drei davon wurden für die Doku-Serie "Windstärke 9 - Höllenritt der Hochseefischer" (ZDF) bei ihren Fangreisen begleitet. Auf der Jagd nach Seelachs in der rauen Nordsee traten die Autorinnen Birgit Tanner, Antje Boehmert und Sigrun Laste in eine archaische Welt aus meterhohen Wellen, knüppelharter Arbeit und rauen Männersitten ein. In eine Welt, in der es immer noch als ungeschriebenes Gesetz gilt, dass Frauen an Bord Unglück bringen.

Knochenjob auf hoher See: Matrose Severio bereitet sich auf den Fischfang vor.
Bild von: ZDF / André Götzmann
Natürlich sollten Doku-Serien zur Primetime auf dem öffentlich-rechtlichen Sendeplatz eine gewisse Klasse mitbringen. Dramen sollten nicht gestellt oder künstlich herbeikommentiert werden. Die Welt, in die man schaut, sollte den Blick wert sein, und das Ganze muss dazu noch in hochklassig fotografierten Bildern daherkommen. Was das Drama betrifft - davon gibt es auf hoher See und unter dem Berufsstand der den Goldgräbern nicht unähnlichen Fischer eine Menge.
Drei erfahrene Seebären, die Kapitäne Fritz Flindt, Manni Rahr und Kosi Koskowski, begleiten die Filmteams samt Crew bei ihrer Arbeit. Über Tage und Wochen kämpfen sich die Männer durch ihren Berufsalltag, der oft 20 Stunden Arbeit am Tag vorsieht. Dazu ist das Leben auf See unberechenbar. Soll Kapitän Flindt aus dem Hafen im dänischen Hanstholm auslaufen, obwohl der Wetterbericht ein schweres Orkantief ankündigt? Natürlich tut er es, denn Geld wird nur verdient, wenn der Fisch in den Netzen zappelt. Und die schärfsten Konkurrenten sind die lieben Kollegen, welche von den anderen Kamerateams begleitet werden.
Natürlich gilt es neben den Härten der Arbeit auf See auch mit privaten Sorgen, der mitunter miesen Gruppendynamik und Problemkindern in der Crew umzugehen. Kapitän Koskowski springt kurz vor dem Auslaufen der Schiffskoch ab, dafür bekommt er es mit zwei neuen Matrosen zu tun - einer von ihnen war 16 Jahre lang nicht auf See. Auch mit Fritz Flindts Personal steht es nicht zum Besten. Praktikant Manuel, der zuvor noch nie ein Schiff von innen gesehen hat, macht nur Sorgen. Die Tour ist für ihn die letzte Chance auf einen Lehrvertrag - doch seine Seetauglichkeit steht doch sehr in Frage. Vor Wellen hat er Angst, und Fisch findet er eklig.
Und wie immer träumen die Fischer in stillen Momenten von ihrem ruhigen Leben an Land, das sie immer dann unruhig werden lässt, wenn es nach dem Einlaufen in den Hafen Realität wird. Doch davon müsste dann wohl eine andere Doku-Serie erzählen...
teleschau der Mediendienst
Das Geheimnis im Moor
Das 100.000 Euro Haus

Kapitän Fritz Flindt auf der Jagd nach Seelachs. Sein Verdienst ist vom Fangergebnis abhängig.
Bild von: ZDF / André Götzmann

Klönen nach der Plackerei: Die Crew der "Seewolf" entspannt sich beim Abendessen im Schiffswohnzimmer.
Bild von: ZDF / André Götzmann

Matrose Fernando freut sich über einen Seelachs.
Bild von: ZDF / André Götzmann

Schuften nach dem Fang - Lehrling Ronald muss den Fisch verarbeiten.
Bild von: ZDF / André Götzmann