Donnerstag, 04.02.2010 - SAT.1: 20.15 Uhr
Das Beste kommt zum Schluss
Oldies but Goldies
Der eine hat sein Leben ganz aufs Geldverdienen ausgerichtet und dabei vier Ehefrauen verschlissen, der andere sich der Familie gewidmet und dafür auf die akademische Karriere verzichtet. Doch in einem sind sich Jack Nicholson und Morgan Freeman alias Edward Cole und Carter Chambers gleich: todkrank mit nur wenigen Wochen Restleben. Und was macht man da? Richtig: All die Dinge, die man bislang versäumte. Der doch recht vorhersehbare Spaß "Das Beste kommt zum Schluss" (2007) funktioniert vor allem wegen der beiden gut harmonierenden Hauptdarsteller, die 2007 unter Rob Reiners ("Harry und Sally") solider Regie zum ersten Mal zusammen spielten. Das Ergebnis ist nach solider Kinokarriere (100 Millionen Dollar US-Einspiel, eine Million Zuschauer in Deutschland) nun bei SAT.1 erstmals im Free-TV zu sehen.

Als sie das Krankenhaus verlassen, haben Carter Chambers (Morgan Freeman, links) und Edward Cole (Jack Nicholson) große Pläne.
Bild von: SAT.1 / TM and 2007 Warner Bros. Entertainment Inc.
Ungefähr zur Hälfte des Films hocken sie auf der Spitze einer der berühmten ägyptischen Pyramiden, Jack Nicholson und Morgan Freeman (ist ab 18. Februar in Clint Eastwoods Drama "Invictus" als Nelson Mandela zu sehen) alias Edward Cole und Carter Chambers. Beide sind sie krebskrank und philosophieren kurzatmig über Leben und Tod. Im Schnelldurchlauf wollen sie sich noch alle ihre Wünsche erfüllen, es sich noch einmal gut gehen lassen, ehe sie den "bucket kicken", sprich ins Gras beißen.
"The Bucket List" heißt "Das Beste kommt zum Schluss" im US-Original, und diese Liste der letzten Dinge arbeiten die beiden ungleichen Buddies im Verlauf der Handlung ab. Laut schreiend stürzen sie sich im Tandemsprung aus einem Sportflugzeug, wagemutig geben sie in aufgemotzten Ford Thunderbirds zu ZZ Tops "Tush" Gas. Sie lassen sich tätowieren, essen Kaviar an der Cote dAzur, besichtigen das Taj Mahal und spazieren auf der Chinesischen Mauer ...
Einmal davon abgesehen, ob man als Todkranker die Energie aufbringt, all die oben erwähnten Dinge wirklich zu tun und ob man in die Ferne schweifen muss, um sich selbst zu finden, ist die Idee, über Krankheit und Verfall in Komödienform nachzudenken, nicht unoriginell - wenn auch nicht gerade neu, siehe etwa Thomas Jahns "Knockin on Heavens Door". Da stören weder die vielen, arg augenfälligen CGI-Aufnahmen, die den beiden in die Jahre gekommenen Mimen die Mühsal einer echten Weltreise und den Produzenten viel Geld ersparten, noch so mancher verbaler Kalauer vom Kaliber: "Ich liebe den Geruch von Chemo am Morgen."
teleschau der Mediendienst
Herbstmilch
Bütt an Bord

Edward (Jack Nicholson, links) und Carter (Morgan Freeman) lassen es noch einmal richtig krachen.
Bild von: SAT.1 / TM and 2007 Warner Bros. Entertainment Inc.

Der berufliche Erfolg stand für Edward Cole (Jack Nicholson) immer im Mittelpunkt.
Bild von: SAT.1 / TM and 2007 Warner Bros. Entertainment Inc.

Fast 50 Jahre lang hat Carter Chambers (Morgan Freeman) Autos repariert - jetzt will er noch einmal richtig leben.
Bild von: SAT.1 / TM and 2007 Warner Bros. Entertainment Inc.

Ein skeptischer Blick nach unten: Gleich müssen Edward (Jack Nicholson, links) und Carter (Morgan Freeman) springen.
Bild von: SAT.1 / TM and 2007 Warner Bros. Entertainment Inc.