Dienstag, 21.04.2009 - ARTE: 22.55 Uhr
Spielfilm des Tages
Das Kommando
Die Frage nach der Wahrheit
Ein militärisches Planspiel: "Was wird uns von der Politik erzählt, und was stimmt wirklich?" - Regisseur Thomas Bohn warf in seinem Militär-Krimi "Das Kommando" (2004), den ARTE nun wiederholt, unangenehme Fragen auf. Eine Spezialeinheit soll eine vermeintlich terroristische Untergrundorganisation im Kaukasus liquidieren - in Wahrheit handelt es sich bei dem Einsatz um einen Präventivschlag. Ein Vater muss sich entscheiden: Ist er loyal gegenüber der Bundeswehr oder macht er sein Wissen um die Unrechtmäßigkeit publik, womit er auch seinen Sohn vor dem gefährlichen Einsatz bewahren könnte. Das Duo wird von Robert Atzorn und dessen Sohn Jens in seiner ersten TV-Hauptrolle dargestellt.

Brigadegeneral Heinz Büchner (Robert Atzorn), Kommandeur der GSK, erkennt schnell die wahren Hintergründe des riskanten Einsatzes.
Bild von: SWR / Schweigert
"Im Irakkrieg wurde uns vorgegaukelt, es gebe dort irgendwelche Waffen. Die Politik bleibt nicht bei der Wahrheit. Wir zeigen das - und auch die Folgen davon." Bohn schrieb auch das Drehbuch zu "Das Kommando". Die an die KSK (Kommando Spezialkräfte) angelehnte Einheit GSK (Gebündelte Spezialkräfte) wird darin zum Spielball der politischen Macht. Die Entscheidungsträger geben vor, auf eine US-Militär-Einrichtung in Heidelberg wäre ein Anschlag mit einer "schmutzigen Bombe" geplant, die Urheber säßen im Kaukasus. Deren Vernichtung ist jedoch nichts weiter als ein Freundschaftsdienst für die Weltmacht USA.
Brigadegeneral Heinz Büchner (Robert Atzorn) weiß, dass die offizielle Begründung für den Einsatz falsch ist. Offen kann er aus Pflichtgefühl nicht mit seinem Sohn Christopher, einem Oberleutnant der Spezialeinheit, reden. Auch auf den Druck seiner Ex-Frau Dr. Ellen Büchner (Iris Berben), Ärztin der Menschenrechtsorganisation "Cap Anamur", reagiert der General stoisch. Christopher macht sich auf in den Kaukasus, um seinem Vater etwas zu beweisen. Dabei geraten er und seine Truppe in lebensbedrohliche Situationen, stoßen auch schon bald an ihre emotionalen Grenzen.
"Das Kommando" bezieht deutlich Position gegen präventive kriegerische Maßnahmen. Bohn, der mit Atzorn Sen. auch mehrere "Tatorte" drehte, transportiert das Thema zudem in hiesige Gefilde, was den Film noch eindringlicher macht. "Zwischen den Zeilen liest man, dass Deutsche im Irak erschossen wurden. Aber niemand fragt, was die da unten machen. Dieser Film bohrt nach, inwieweit wir doch involviert sind", erklärte Robert Atzorn damals die Aktualität des Militär-Krimis. Zwar hält das Ende eine "sehr menschliche" (R. Atzorn) Botschaft parat, dennoch wecken die kargen Kulissen und das langsame Aufdecken von halblegalen Zugeständnissen an die USA auch heute noch Argwohn bei den Zuschauern.
teleschau der Mediendienst
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Christopher Büchner (Jens Atzorn) kümmert sich um eine angeschossene Milizin.
Bild von: SWR / Schweigert

Der GSK-Einsatztrupp stürmt bei einer Übung ein Fabrikgebäude.
Bild von: SWR / Schweigert

Oberleutnant Christopher Büchner (Jens Atzorn) gerät in Gefahr.
Bild von: SWR / Schweigert