Montag, 06.04.2009 - ARTE: 20.15 Uhr
Sarah und die Küchenkinder
So schmeckt der Sommer
Zwölf Kinder aus Deutschland, Frankreich und den Beneluxstaaten erlebten 2008 in der südfranzösischen Tourismusregion "Pays de la Provence Verte" so etwas wie den Sommer ihres jungen Lebens. Mit dabei waren Fernsehköchin Sarah Wiener, die den Kindern in vier Wochen vieles übers Kochen und Ernährung beibrachte, und ein Team der Produktionsfirma zero one film. ARTE machte daraus eine zehnteilige Doku-Reihe (werktags, 20.15 Uhr). Die Zuschauer sollen von dem augenscheinlich sehr aufwendigen Spektakel "Sarah und die Küchenkinder" nicht nur unterhalten, sondern mindestens auch zum Nachdenken über die eigene Ernährungsweise gebracht werden. Ein starkes Stück Fernsehen für Groß und Klein - auch dank prächtiger Landschaftsaufnahmen aus der spätsommerlichen Provence.

Gartenarbeit gehört dazu: André sieht nach den Tomaten.
Bild von: Dan Zoubek / ARTE
Der Ansatz ist ganzheitlich: Zubereitetet, gekocht und gegessen wird hier nur das, was vorher gefangen, geerntet, geschlachtet oder zumindest frisch auf dem Markt gekauft wurde. "Das hier ist nicht: Wir kochen jetzt mal ein bisschen, weil es halt so lustig ist", erklärt Sarah Wiener, dank ihrer ARTE-Reihe "Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener" auch in Frankreich wohlbekannt. "Es geht weit darüber hinaus, dass Kinder lernen, wie man kocht. Sondern es hat mit Kommunikation zu tun, mit Feinmotorik, mit Teilen, mit Selbstbewusstsein, mit Kreativität, mit Verantwortung. Auch mit der Frage: Was kann ich meinem Körper Gutes tun?" Die Kinder gingen mit Sarah Wiener angeln, imkern, gärtnern. "Es ist mir wichtig, dass sie Respekt vor den Grundprodukten bekommen", betont die bekannte Cuisinière.
Das Epizentrum der Teenie-Kochdoku heißt Château Margüi, ein von Millionärshand restaurierter Traum, nahe des Örtchens Châteauvert in der südöstlichen Provence gelegen. Das altehrwürdige Bio-Weingut war für die zwischen zwölf und 15 Jahre alten Kinder bald mehr Abenteuerspielplatz und Jugendherberge als Drehort. Eine prächtige Allee führt in die märchenhafte Kulisse, die vom großen Kräutergarten über ein kleines Naturschwimmbad, das aus Quellwasser gespeist wird, bis hin zum Stall für die beiden Mini-Schweine "Terrine" und "Salami" alles hat, was sich die Produktion um Regisseur Enrique Sánchez Lansch (er wurde für den Dokumentarfilm "Rhythm is it" vielfach ausgezeichnet) erträumt hat: herrliches Licht, alte Mauern, weite Blicke für große Fernsehbilder. Das Wichtigste: Mit großem Aufwand wurde im Schloss eine Traumküche eingerichtet, die allen zwölf Kindern, der prominenten Dozentin und den Kameraleuten genügend Platz bietet, und die kleine schlosseigene Kapelle wurde zur Mensa umfunktioniert.
Von dieser Basis aus entdecken die Kinder nicht nur das Essen und das Kochen und alles, was damit zusammenhängt, sondern ein bisschen auch sich selbst. Alle sprechen von den vielen, vielleicht ja für immer haltenden Freundschaften, die sich in den Wochen in der Provence entwickelt hätten. Und Sarah Wiener ergänzt das Ganze um einen geradezu philosophischen Ansatz: "Ich will, dass die Kinder lernen, ihrem eigenen Geschmack zu vertrauen. Wer das nicht kann, wird sich im Leben generell wenig zutrauen. Es ist eine existenzielle Fähigkeit, sich ernähren zu können und zu wissen, was man isst." Die Kinder erfahren in Frankreich also auch eine Menge über Bio-Anbau, und selbst die ethischen Fragen der Ernährung kommen nicht zu kurz - klar, wenn Tiere einerseits gestreichelt und gehätschelt werden können, andererseits aber auch als Hauptgericht auf dem Teller liegen ...
teleschau der Mediendienst
Kindergarten Cop
30 Tage Angst
Von Frau zu Frau
Americas Sweethearts

Auch wenns mal schwerfällt: André (links) und Simon ziehen im Bio-Garten voll mit.
Bild von: Dan Zoubek / ARTE

Nur nicht schneiden: Louisa hats im Griff.
Bild von: Dan Zoubek / ARTE

Idyllischer gehts kaum: Feldarbeit beim Bio-Bauern.
Bild von: Dan Zoubek / ARTE

Der Sommer in der Provence - was kann es Schöneres geben: Sarah Wiener und ihre "Küchenkinder" vor Château Margüi.
Bild von: Dan Zoubek / ARTE

So schmeckt der Apfelkuchen. Die Kinder lernen nicht nur die Zubereitung der Speisen, sondern erfahren vieles über Herkunft, Anbau und Ernte.
Bild von: Dan Zoubek / ARTE

Wer viel arbeitet, hat auch etwas Spaß verdient. Dazu dient den zwölf Kindern ein kleiner Swimming Pool, der aus Quellwasser gespeist wird.
Bild von: Dan Zoubek / ARTE

Kleiner Mann, ganz stolz: Der Franzose Pablo in Napoleon-Pose.
Bild von: F. Rauscher / teleschau

Die Teenager sind ein eingeschworener Haufen geworden.
Bild von: Dan Zoubek / ARTE

Konzentrierte Küchenarbeit: Auf dem Plan steht ein Mürbeteig.
Bild von: Dan Zoubek / ARTE