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Zehn Wochen ohne Gosdeck


Bremerhaven. Stürmer Carsten Gosdeck entwickelt sich zum Sorgenkind der Fischtown Pinguins in dieser Saison. Erst der Schock nach seinem Milzriss und der Not-Operation, die ihn zu einer siebenwöchigen Pause zwang. Jetzt die nächste Hiobsbotschaft: Gosdeck fehlt dem Eishockey-Zweitligisten voraussichtlich bis Mitte Januar aus. Von Lars Brockbalz


Das ist das Ergebnis der Kniespiegelung, die am Montag im Debstedter Krankenhaus durchgeführt wurde. „Die Ärzte sagen, dass Carsten bei optimalem Heilungsverlauf in zehn Wochen wieder mit der Mannschaft trainieren kann“, sagt Pinguins-Manager Hans-Werner Busch. Selbst wenn das klappt – bis der Stürmer nach der zweiten schweren Verletzung in dieser Saison wieder voll fit ist, dürfte die Hauptrunde gelaufen sein.

Sieben Wochen hatte Gosdeck bereits pausiert, nachdem ihm die Milz in einer Notoperation entfernt worden war. Gerade war er wieder fit und hatte drei Spiele gemacht, da kam der nächste Tiefschlag, der den Stürmer sehr mitnahm. „Ich war in meiner Karriere noch nie schwer verletzt – und jetzt schon zum zweiten Mal in einer Saison.“

Der Ausfall ist umso ärgerlicher, da sich Gosdeck unter höchst merkwürdigen Umständen verletzte: Bei einer Auseinandersetzung mit einem Security-Mitarbeiter auf dem Bremer Freimarkt. Zusammen mit Felix Thomas war Gosdeck am vergangenen Mittwoch auf Einladung von Radio Energy beim Auftritt der „Atzen“ in Halle 7 auf dem Bremer Freimarkt.

„Als wir nach Hause gingen, hat mich ein Security-Mitarbeiter am VIP-Eingang völlig unbegründet und unvermittelt von hinten geschubst. Ich bin drei Stufen hinuntergefallen und dann war das Knie dick“, erzählt Gosdeck.

Der Sicherheitsmann habe sich aus dem Staub gemacht, obwohl die Veranstaltung noch lange nicht beendet gewesen sein. Für Gosdeck ist das wie ein Schuldeingeständnis. Er hat Anzeige erstattet, die Polizei ermittelt. „Wir haben den gut beschrieben, ich denke mal, der wird gefunden“, meint Gosdeck. Pikanterweise ist die Firma Elko für die Sicherheit auf dem Freimarkt verantwortlich, dieselbe Firma, die diesen Job auch in der Eisarena erledigt.

Pinguins-Manager Busch war wenig begeistert, als er von den Umständen der Verletzung erfuhr. Er nahm Gosdeck allerdings in Schutz. „Ich habe keinen Grund, an der Darstellung unseres Spielers zu zweifeln. Alles weitere werden die polizeilichen Ermittlungen ergeben“, sagte Busch. Über deren Stand hat er keine Kenntnis, wie er sagt.

Neuzugang wird gesucht

Busch sieht bislang auch keinen Anlass für disziplinarische oder gar arbeitsrechtliche Schritte. Wer den Manager der Pinguins kennt, darf sich aber sicher sein: Ein paar ernste Worte wird sich Gosdeck von ihm anhören müssen.

Für die sportlichen Ambitionen der Pinguins ist Gosdecks Ausfall ein ganz harter Schlag. Deshalb dürfte die Suche nach einem neuen Angreifer nun vorangetrieben werden. Auch vor Gosdecks Ausfall hatten sich die Pinguins schon nach einem Neuzugang umgesehen, um die dünne Decke im Angriff etwas dicker zu weben. Jetzt wird ziemlich sicher ein neuer Spieler geholt werden. „Das kann gut sein. Wir sondieren den Markt“, sagt Busch lediglich.

Ein Mann mit Gosdecks Torgefahr dürfte schwer zu finden sein, zumal alle Ausländerstellen besetzt sind. Wenigstens ist jetzt ein Platz im Ü23-Kontingent frei, so dass das Alter keine Rolle spielt.

Pechvogel Carsten Gosdeck: Der Pinguins-Stürmer wird in diesem Jahr kein Eishockey mehr spielen. Foto ls

Artikel vom 01.11.11 - 07:00 Uhr
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