
Zwar findet, wie gestern bekannt wurde, kurzfristig am kommenden Dienstag eine gemeinsame Fraktionssitzung von CDU und FDP statt, um „die Änderung des Schulgesetzes mit einigen Veränderungen auf den Weg zu bringen“, wie Althusmann auf NZ-Nachfrage bestätigte. Ob es wie geplant im Mai im Landtag zur ersten Lesung der Gesetzesänderung kommt, sei noch offen, hieß es aus Fraktionskreisen. Es darf spekuliert werden.
Im Wesentlichen gehe es bei der der Dienstag-Sitzung um das Thema Gesamtschule, betonte Althusmann. „Die Volle Halbtagsschule wird zwar weiter diskutiert werden. Ich glaube aber weiterhin, dass es an dieser Stelle wenig Möglichkeiten für eine Änderung geben wird.“
Dem Wurster Ratsbeschluss, alle Grundschulen der Samtgemeinde in Volle Halbtagsschulen umzuwandeln, hatte Althusmann deshalb schon am Dienstagabend vor 250 Zuhörern in der Beverstedter Turnhalle eine Absage erteilt: „Es wird keine Genehmigungen mehr geben“, war er überzeugt.
Die CDU/FDP-Koalition halte an der Schließung ab dem Schuljahr 2010/11 fest, betonte Althusmann. Trotz landesweiter Eltern- und Lehrerproteste, Beschlüssen von CDU- und FDP-Kreisverbänden, darunter die im Cuxland, für den Erhalt des Schulmodells. Betroffen sind auch die Grundschulen Beverstedt, Lunestedt, Wehdel, Langen, Nordholz und Midlum. Spielraum für eine Fristverlängerung, um mehr Zeit zur Umstellung zu haben, sah er auch nicht.
„Ohne die sehr gute Arbeit an den verlässlichen Grundschulen schmälern zu wollen – die volle Halbtagsschule ist das bessere Modell“, waren sich die Podiumsteilnehmer Bernd Vogel (FDP), Daniela Behrens (SPD) und Eva Viehoff (Grüne) mit den Zuhörern einig. Durch die Abschaffung der besser mit Lehrerstunden ausgestatteten Halbtagsschulen werden landesweit 90 Stellen für andere Schulen frei. „Warum handelt sich unsere gemeinsame Regierung für so wenige Stellen einen so großen politischen Ärger ein?“, so Vogel an Althusmann. Antwort: „Für eine bessere Unterrichtsversorgung und wegen der Finanzprobleme.“
Althusmann, Vater von zwei Söhnen, wäre selbst für eine flächendeckende Einführung von Vollen Halbtagsschulen: „300 Millionen Euro müssten wir dann in die Hand nehmen.“ Geld, das das Land wegen der Wirtschaftskrise auch in den nächsten Jahren aber nicht haben werde.
„Die Diskussion darf nicht allein auf die 90 Stellen reduziert werden“, betonte er. „Sie sind ein Mosaik im Maßnahmenpaket für eine bessere Unterrichtsversorgung in ganz Niedersachsen und Gleichbehandlung aller Schüler.“ Im Gegensatz zu Grundschulen lägen anderen Schulen unter 100 Prozent. Durch Umwandlung in verlässliche Grundschule oder Ganztagsschule „wird hier nichts zerstört, die pädagogische Qualität bleibt im Kern erhalten“. Eltern und Lehrer sehen das anders. Sie planen weitere Protestaktionen.
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