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Viele Baustellen für die Pinguins

Bremerhaven. Für die Verantwortlichen und Fans der Fischtown Pinguins wäre das ein Horrorszenario: Ein Abstieg ausgerechnet in dem Jahr, in dem das heiß ersehnte Eisstadion nach Jahren des Wartens endlich gebaut wird. Das soll mit allen Mitteln verhindert werden: Durch ein Wunder in der Hauptrunde oder Nervenstärke in den Playdowns. Sollte es sportlich trotzdem nicht gelingen, in der Liga zu bleiben, bliebe zur Not der Rechtsweg.

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Hintergrund ist der neue Unterbau der Zweiten Liga in der kommenden Saison. Statt der eingleisigen Oberliga soll es drei regionale Ligen geben. Eine im Süden, eine im Osten und eine im Nordwesten. Mit dem gravierenden Unterschied, dass die Ost- und Nordwest-Liga nicht mehr unter der Regie der ESBG (Eishockeyspielbetriebsgesellschaft) stehen.

Als Mitglied der Gesellschaft, die bisher den Spielbetrieb in der Zweiten Liga und der Oberliga organisiert, könnten die Pinguins allerdings darauf pochen, dass ihnen ein Startrecht in einer ESBG-Liga zusteht – und das wäre die Zweite Liga. Im Zweifel könnte es zu einer Klage kommen.

Ein Szenario, von dem man bei den Pinguins noch nichts wissen will. Zum einen, weil man natürlich auf die sportliche Rettung setzt. Zum anderen, weil zu viele Fragen offen sind. Gestern tagten erneut Vertreter der Oberligisten und Zweitligisten, um die künftige Ligenstruktur zu beraten. „Wichtig ist, langfristig einen vernünftigen Unterbau unter der Zweiten Liga zu finden“, sagte Teammanager Alfred Prey.

Derzeit nämlich sieht es so aus, dass die Ligen im Osten und Nordwesten bessere Amateurligen wären. Von der alten Oberliga blieben im Nordwesten – vorausgesetzt, dass der Favorit Herne in die Zweite Liga aufsteigt – nur Dortmund und Bad Nauheim. Dazu kämen im Falle eines Abstiegs Hannover oder Bremerhaven. Der Rest der Liga müsste mit Teams aus der jetzigen Regionalliga aufgefüllt werden – einer Amateurliga, in der zum Beispiel die Weser Stars antreten.

Die Verantwortlichen in Dortmund sprechen schon ganz offen darüber, dass sie sich im Zweifel in die Zweite Bundesliga einklagen würden, auch Bad Nauheim hält das für denkbar. Den gleichen Weg könnten die Pinguins im Fall der Fälle gehen.

Eine Lösung, um juristischen Ärger zu vermeiden, wäre eine Aufstockung der Liga. Für Herne, Bad Nauheim, Dortmund und den sportlichen Zweitliga-Absteiger sicher eine gute Lösung. Sind die Playdowns also ein Muster ohne Wert? Mitnichten. Nur eine sportliche Qualifikation gibt den Pinguins Sicherheit, auch in der nächsten Spielzeit in der Zweiten Liga zu spielen. Und das muss angesichts der Perspektiven, die sich durch das neue Eisstadion auftun, das Ziel sein.

Mit dem Hoffen auf einen Klassenerhalt am grünen Tisch haben die Pinguins ohnehin schlechte Erfahrungen gemacht. 2003 waren sie sportlich abgestiegen, hatten aber wegen der Insolvenz von Bad Tölz und des damaligen DEL-Clubs Schwenningen fest mit einem Verbleib in der Liga gerechnet. Doch es kam anders und der REV musste sich durch ein Jahr Oberliga quälen. Und das will mit Sicherheit niemand noch mal erleben. (lb)

Artikel vom 11.03.10 - 16:00 Uhr
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