X Diesen Artikel versenden


Absender-E-Mail*
Empfänger-E-Mail*
Nachricht*

szmtag

„Verbale Betroffenheit genügt nicht“

Rom/HilDesheim. Während der katholische Klerus den Hirtenbrief Papst Benedikts XVI. einhellig begrüßte, ging das Schreiben vielen reformwilligen Christen nicht weit genug. Unterdessen häufen sich in den katholischen Bistümern Niedersachsens Hinweise auf Missbrauchsfälle.

bild vergrößern

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, verstand das Papier als klare Weisung. Es habe „Geltung für die ganze Kirche und ist eindeutig eine Botschaft auch an uns in Deutschland“. Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle äußerte, das Hirtenwort sei eine Bestärkung, „den Weg der konsequenten Aufklärung und Aufarbeitung weiterzugehen“.

Vielen bot das Schreiben dagegen zu wenige konkrete Ansätze. Die Initiative „Wir sind Kirche“ bedauerte, dass der Papst in seinem Hirtenbrief „nicht kirchliche Strukturen, sondern gesellschaftliche Tendenzen für das verstörende Problem des sexuellen Missbrauchs von Kindern verantwortlich machen“ wolle. Zudem sei es nicht ausreichend, als Initiativen nur traditionelle spirituelle Wege, aber keine strukturellen Verbesserungen – etwa in der Zölibatsfrage – vorzuschlagen. Der Brief vermittele den Eindruck, es gehe dem Papst hauptsächlich um das Ansehen der Kirche.

Auch die „Initiative Kirche von unten“ (IKvu) warf dem Papst vor, bei „verbaler Betroffenheit“ stehenzubleiben und sich auf der Einzeltäterthese auszuruhen. Die absichtliche Politik der katholischen Kirche bis in die höchsten Ebenen, Missbrauchs-Täter zu beschützen und damit Kinder zu gefährden, habe der Papst nicht angesprochen, hieß es beim irischen Opferverband „One in Four“. Opfer Andrew Madden erklärte, er habe keine Bestätigung gebraucht, dass Missbrauch eine Straftat und Sünde sei.

Derweil wird in den katholischen Bistümern Niedersachsens nach Kräften versucht, auch Fälle aufzuklären, die als verjährt gelten. Im niedersächsischen Teil des Bistums Münster wurden bislang sieben Fälle aus den Jahren 1930 bis 1980 öffentlich. Im Bistum Osnabrück und im Offizialat Vechta werden alte Personalakten durchgearbeitet. Hinweise auf aktuelle Fälle gebe es aber nicht.

Im Bistum Hildesheim gibt es Missbrauchsvorwürfe gegen vier noch lebende Geistliche. Die Zahl der Opfer liegt bei weit mehr als einem Dutzend.

Artikel vom 22.03.10 - 09:15 Uhr
| drucken | versenden


1 Leserkommentar vorhanden

Bitte warten - die Kommentare werden geladen ...
Anzeige
Anzeige

Traueranzeigen

Bad Bederkesa entdecken

Tauchen Sie ein in die neue Panorama-Erlebniswelt.

www.badbederkesa-entdecken.de

Babyseite

In unserer neuen Babyseite finden Sie die Neugeborenen aus Stadt und Land.

zur Babyseite
Anzeige

ePaper

Lesen Sie hier die aktuelle Seite 1

Zeitung

Abo Service
Abonnement
Änderungen

ePaper

Login
Abonnement
Anzeige

Folgen Sie uns



Folgen Sie uns bei facebook


Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

RSS - Bekommen Sie neue Topstorys direkt in den Browser oder den Feedreader geliefert.
nordholzdorumlangenbad bederkesaschiffdorfbremerhavenloxstedthagenbeverstedt

Lottozahlen

Veranstaltungen

NZ-Card

Exklusiv für Abonnenten gibt es die NZ-Card. Erfahren Sie hier mehr über die attraktiven Angebote.

zur NZ-Card

Leser werben Leser


Werben Sie einen neuen Abonnenten und Sie bekommen eine attraktive Prämie.

zum Prämienshop

Leserbriefe


Sie wollen einen Leserbrief an die Zeitungsredaktion senden? Das Kontaktformular finden Sie hier.
Anzeige

Kinoprogramm

Nordsee-Zeitung Radio

Börseninformationen

Meldungen

Politik und Welt

Özdemir: Wulff-Debatte könnte Gedenkveranstaltung überlagern Berlin (dpa) - Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir befürchtet, dass der Staatsakt für die Opfer der Neonazi-Mordserie von der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff überlagert wird. Wulff werde am 23. Februar die Hinterbliebenen der Opfer von Rechtsterroristen empfangen und die einzige Rede halten, sagte Özdemir der «Welt am Sonntag». Dieser Staatsakt dürfe nicht von einer unwürdigen Debatte überlagert werden. Um das höchste Staatsamt noch unbefangen auszuüben, müsse Wulff schon übermenschliche Qualitäten haben. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Özdemir: Wulff-Debatte könnte Gedenkveranstaltung überlagern
Loch beschert deutschen Rodlern erstes Gold bei Heim-WM
Hund rettet Familie vor Hausbrand
BMW-Logo

Wirtschaft

Zu späte Rückruf-Info: BMW muss US-Strafe zahlen Washington/München (dpa) - Wegen zu später Information der Behörden über Rückrufe in den USA muss BMW drei Millionen Dollar Strafe zahlen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Oettinger empfiehlt Energiekonzernen Fusionen
Streiks und Proteste in Griechenland
Griechenland-Chaos bringt Euro unter Druck
Weltmeister

Sport

Loch holt erstes Gold für deutsche Rodler bei WM Altenberg (dpa) - Felix Loch hat seine fantastische Saison gekrönt und bei der Heim-WM den ersten Titel für die deutschen Rodler eingefahren. Der 22-Jährige war in Altenberg einmal mehr nicht zu schlagen und sicherte sich souverän sein drittes WM-Gold nach 2008 und 2009. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Ferrari nach Testauftakt im Ungewissen
Neuner eilt von Sieg zu Sieg - Auch Gössner jubelt
Feuz überwältigt von Medwedew-Gratulation

Wissenschaft

Argentinische Landschildkröte «surfte» gen Süden Dresden (dpa) - Forscher aus Dresden haben eine Erklärung für die vergleichsweise schnelle Ausbreitung der Argentinischen Landschildkröte gefunden. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Undichte Herzklappen mit neuem Titanring repariert
Überraschend viele Vögel trotzen der Kälte
Berlinale 2012 - Roberto Blanco

Boulevard

Party-Hopping bei der Berlinale Berlin (dpa) - Diane Kruger zeigte sich im Mustermix, Veronica Ferres kam mit ihrem Freund Carsten Maschmeyer. Und Christopher Lee ist auch mit 89 noch abends unterwegs. Auf der Berlinale hat der Party-Marathon begonnen. weiter

Weitere Artikel aus dem Ressort
Bayreuther Festspiele - «Parsifal» kommt ins Kino
Polizei fasst flüchtigen Madonna-Stalker
Ivy Quainoo gewinnt «The Voice of Germany»