
Der Guard der Eisbären wird in der Hand-Chirurgie des Klinikums Reinkenheide behandelt. Ob eine Operation erforderlich ist, stand gestern noch nicht fest. „Wir wissen nicht, wie lange Torrell Martin ausfällt und überlegen, ob wir einen neuen Spieler holen“, sagte Manager Jan Rathjen.
Denn die Spielerdecke bei den Eisbären wird dünner, das Programm nicht leichter. Am 23. April endet die reguläre Saison in der Basketball-Bundesliga. Bis dahin stehen für die Eisbären noch elf Spiele auf dem Programm, das nächste am Sonntag (16 Uhr) in der Stadthalle gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig.
In dieser kurzen Zeit ist es nicht absehbar, ob Torrell Martin überhaupt noch eingesetzt werden kann. Derzeit ist der Amerikaner völlig außer Gefecht, ob er nach seiner Zwangspause noch rechtzeitig den sportlichen Anschluss an das Team schaffen könnte, steht auf einem ganz anderen Blatt. „Das ist für uns schon ein gewaltiger Rückschlag“, sagt Jan Rathjen. Beim knappen Sieg in Trier kämpften die Eisbären und überzeugten als Einheit, auch um für den verletzten Torrell Martin mitzuspielen. Doch ein solches Aufbäumen ist über elf Spiele ohne den besten Mann der Eisbären so gut wie nicht durchzuhalten.
So hat die Mannschaft ein Problem und auch das Management. Bis zum kommenden Montag um 24 Uhr sind noch Verpflichtungen von Spielern möglich. „Wir schauen uns um und wir hören uns um, das ist keine Frage“, sagt Rathjen. Doch der Markt ist dünn besiedelt. Einmal müsste der neue Spieler fit sein und zum anderen so stark, dass er der Mannschaft sofort helfen kann, um in der Erfolgsspur zu bleiben.
So intensivieren Manager und Trainer die Suche nach einer Verstärkung für das Team.
Absteigen können die Eisbären in dieser Saison nicht mehr, das ist kein Thema. Andererseits sind die Playoff-Plätze hart umkämpft wie selten zuvor. „Das ist extrem“, sagt Rathjen mit Blick auf den Rest der Saison. „Es kann durchaus sein, dass die Mannschaften von Platz sechs bis Platz elf am Ende punktgleich sind“, wagt er einen Blick voraus.
Torrell Martin wird den Eisbären in den nächsten Wochen sehr fehlen. „Torrell Martin macht bei den Eisbären den Unterschied aus“, sagte jüngst der ehemalige Bremerhavener Arne Woltmann, der jetzt als Co-Trainer beim Meister Bamberg tätig ist. Die Wertschätzung für Torrell Martin in der Bundesliga ist enorm, der Amerikaner hat sie sich aber auch erworben. Dass er häufig die meisten Punkte in den Spielen für die Eisbären erzielt, erscheint fast nur als eine Randnotiz.
Der sprunggewaltige Flügelspieler ist der zweitbeste Schütze in der Liga, wird in der Statistik der Effektivität ebenfalls an zweiter Stelle geführt und war vor wenigen Wochen noch der auffälligste Spieler im Team des Nordens beim Allstar-Day. Auch dort ging er seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Dunking, nach.
Ein Sprung beim Abschlusstraining war auch sein Verhängnis. Torrell Martin landete danach unglücklich und brach sich die Handwurzel.
Mit 337 Punkten ist er bester Werfer der Eisbären vor Craig Callahan mit 282 Punkten. Torrell Martin fischte sich bisher 157 Rebounds und gab 65 Vorlagen.
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