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Typen, Tore und Tränen


Bremerhaven. So bitter das Playoff-Aus der Fischtown Pinguins gegen Dresden auch war – die gute Saisonleistung des Eishockey-Zweitligisten kann das nur ein wenig schmälern. Platz drei in der Hauptrunde war die beste Platzierung seit vier Jahren. So dürfte es am Donnerstag, wenn sich die Mannschaft in der Eisarena von den Fans verabschiedet, auch mehr fröhliche als traurige Gesichter geben. Von Lars Brockbalz


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Nach dem letzten Playoff-Spiel gegen Dresden bedankten sich die Fans der Fischtown Pinguins bei den Spielern für die gute Saison . Auch wenn das frühe Playoff-Aus schmerzte, Platz drei nach der Hauptrunde war aller Ehren wert. Foto eer

Die Spieler der Pinguins und Trainer Gunnar Leidborg kommen am Donnerstag von 18 bis 20 Uhr in die Eisarena. Im unteren Foyer können die Fans mit ihren Stars über die Saison diskutieren oder einfach nur über Eishockey plauschen. Der Eintritt ist frei, die Getränkepreise sind reduziert.

Mit dem Fan-Treffen wird eine historische Saison der Fischtown Pinguins endgültig beendet. Historisch deshalb, weil mit dem Umzug in die neue Eisarena ein neues Kapitel in der Bremerhavener Eishockey-Geschichte aufgeschlagen wurde. Aber auch sonst hatte die Saison einiges zu bieten. Kurioses, Lustiges, Ärgerliches: Tore, Tore, Tore: 183 Treffer erzielten die Pinguins in der Hauptrunde, mehr waren es zuletzt in der Saison 06/07, die ebenfalls auf Platz drei endete (203, allerdings bei vier Spielen mehr.) Bis auf Daniel Willaschek traf jeder Feldspieler der Pinguins, der regelmäßig Eiszeit bekam.

Der 3:0-Fluch: Gleich zweimal verspielten die Pinguins auswärts eine 3:0-Führung und verloren noch 3:4.

Das Sputnik-Revival: Am 8. Spieltag schickte Leidborg erstmals den neuen „Sputnik-Sturm“ mit den Janzen-Brüdern und Dimitri Litesov aufs Eis. Eine prächtige Idee: Sie erzielten 32 Tore und sammelten 55 Assists.

Faustpfand Fauser: Weil Kooperationspartner Köln Norman Hauner abzog, kam Gerrit Fauser als Ersatz – und schlug voll ein. Mit Einsatz, zehn Toren und herrlichen Box-Einlagen eroberte er die Herzen der Fans im Sturm. „Gerrit, du bist ein Pinguin“ sangen sie zum Abschied. Fauser wechselt zu den Hannover Scorpions.

Schweden-Sprüche: Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg hatte immer mal wieder die Lacher für sich: „Das ist, als ob man in die Disko geht, zwei wollen tanzen, und einer macht die Musik aus“, sagte er, nachdem der Schiedsrichter einen Faustkampf zwischen Gerrit Fauser und Freiburgs Christopher Capraro unterbrochen hatte, bevor er überhaupt richtig begonnen hatte.

Der Schläger-Typ: Bei Torjäger Carsten Gosdeck wollte es zu Beginn der Saison nicht so recht laufen: Mitte November hatte er erst drei Tore erzielt. Dann wechselte er von Torspo zu seiner alten Schlägermarke Easton zurück und plötzlich flogen die Pucks wieder ins Netz. Am Ende hatte er 17 Treffer markiert.

Der Penalty-Fluch: Dreimal mussten die Pinguins ins Penaltyschießen, dreimal verloren sie.

Der Jubiläums-Spezialist: Carsten Gosdeck war der Mann für die speziellen Momente. Er erzielte das 100. Saisontor, den letzten Treffer im alten Stadion und auch noch den ersten in der neuen Arena.

Der emotionalste Moment: Mit einem 6:4-Sieg gegen Freiburg verabschiedeten sich die Pinguins aus dem alten Eisstadion. Tränen flossen.

Die größte Klatsche: Die 3:7-Niederlage am 6. Spieltag gegen Crimmitschau bekamen die Pinguins nur schwer aus den Knochen.

Der größte Rausch: Beim 11:4 gegen Kaufbeuren klappte am Ende alles.

Der Torjäger: Chris Stanley war mit 26 Treffern Torschützenkönig – wie schon im Vorjahr (22, gemeinsam mit Marian Dejdar).

Der Skandal: Bei der Pokal-Niederlage gegen Ravensburg legte sich Gäste-Stürmer Brian Maloney zunächst auf der Strafbank mit einem Zeitnehmer an, nach dem Spiel wurde er von einem Zuschauer angegriffen. Eine Anzeige folgte.

Neue Fan-Liebe: Selbst wenn man das ausverkaufte Spiel gegen Hannover in der neuen Arena herausrechnet, hatten die Pinguins im Schnitt 1758 Zuschauer und damit 150 mehr als in der Vorsaison.

Die Playoff-Enttäuschung: In den Playoffs gegen Dresden gelangen den Pinguins nur zwei gute Spiele, eines davon ging trotzdem noch nach Verlängerung verloren. So kam das Aus schon nach fünf Spielen.

Artikel vom 29.03.11 - 07:00 Uhr
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