
Rund 130 Gäste folgten der Podiumsdiskussion unter der Leitung von Moderator Dr. Jost Lübben, Chefredakteur der NORDSEE-ZEITUNG. Traditionell hatten der Presseklub Bremerhaven-Unterweser und die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) mit dem Marketingclub Bremen zu der Veranstaltung eingeladen, die als Sprachrohr der Fischwirtschaft gilt.
Mit einer guten Nachricht wartete Barbara Riechers-Kuhlmann, Geschäftsführerin der FBG auf: „Der Fischereihafen hat die Wirtschaftskrise gut durchlebt.“ Strukturanpassungen und die Branchenvielfalt hätten dazu beigetragen, dass die Auswirkungen weniger gravierend ausgefallen seien. Insbesondere die Fischwirtschaft sei wettbewerbsfähig am Markt aufgestellt.
Daran haben auch neue Trends ihren Anteil. „Produkte aus ökologischem Anbau werden immer populärer“, sagte Andreas Lippmann, bei „Deutsche See“ Fachmann für die Bio-Produktion von Fisch. „Wir haben seit 2002 Bio-Produkte im Sortiment. Mit 44 Kilogramm Bio-Lachs fing es an.“
Inzwischen hat sich die Produktpalette von „Deutsche See“ unter anderem um Garnelen, Bachforellen, Pangasius und Tilapia in Bio-Qualität erweitert. „Bio-Fisch stammt nicht aus wild lebenden Beständen“, erfuhren die Hörer. „Er kommt aus Aquakulturbetrieben, in denen er unter strengen Richtlinien schonend aufgezogen wird.“
Über Nachhaltigkeit und Verantwortung gegenüber dem Lebensraum Meer, aber auch über Fischereipolitik sprach Kai Arne Schmidt, Geschäftsführer der Kutterfisch-Zentrale GmbH. Er forderte europaweit einheitliche und praxisnähere EU-Vorschriften sowie strengere Kontrollen.
„In einigen Mitgliedstaaten werden Fangtätigkeiten gar nicht erfasst“, bemängelte er. In vielen relevanten Punkten sei die Fischereipolitik der EU ein Misserfolg. Jürgen Marggraf, Vorstandvorsitzender der Frosta AG, berichtete über das Umweltschutz-Engagement des Unternehmens. Um herauszufinden, wie sehr die Gerichte die CO2-Bilanz belasten, beteiligte sich Frosta an einem Projekt, bei dem der „CO2-Fußabdruck“ berechnet wird. „Unser Ziel ist es, die CO2-Emission bis 2013 um 70 Prozent zu senken.“
