
Die 3075 Fans in Kassel boten eine tolle Kulisse für die erste Pokalrunde, und sie wurden gut unterhalten. Vor allem im Schlussdrittel ging es drunter und drüber. „Es war ein Super-Spiel für die Zuschauer. Kassel hat viel Herz gezeigt. Das ist ein Zeichen für die gute Arbeit von Jamie Bartman“, sagte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg. Bartman, der Meistertrainer des REV Bremerhaven von 2002, der jetzt in Kassel an der Bande steht, hätte seinem Ex-Club gerne ein Bein gestellt, doch er scheiterte knapp. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie hat alles gegeben“, sagte Bartman.
Michael Christ (8. Minute) brachte Kassel in Führung, Kevin Saurette (14.) glich für die Pinguins aus. Die hatten schon im ersten Drittel die besseren Chancen und sollten im Mittelabschnitt gleich noch mehr bekommen. Da machten sie viel Tempo, nur ernteten sie nichts. 20:2 Torschüsse standen in den zweiten 20 Minuten auf dem Zettel, aber kein weiteres Tor.
Fast logisch, dass das bestraft wurde. Nationalstürmer Manuel Klinge, mit drei Treffern überragender Spieler beim ehemaligen DEL-Club, traf aus dem Nichts zum 2:1 (43.). Damit piekste er die Pinguins so richtig an, die innerhalb von 15 Sekunden das Spiel drehten. In der 47. Minute traf erst Dimitri Litesov, dann Jan Kopecky – 3:2. Kurz darauf waren die Pinguins in Überzahl, und es schien, als könnten sie den Sack zumachen. Aber denkste: Klinge schnappte sich einen verunglückten Pass, fuhr allein auf Marko Suvelo zu und erzielte in Unterzahl das 3:3 (48.). „Immer wenn ich dachte, wir haben das Spiel im Griff, kassierten wir ein Gegentor“, sagte Leidborg. Tatsächlich ging es im gleichen Stil weiter: Chris Stanley erzielte im Powerplay das 4:3 (53.), zwei Minuten später glich Klinge wieder aus. Doch erneut nur Sekunden später gingen die Pinguins durch Alexander Janzen 5:4 in Führung, und diese verteidigten sie bis zum Schluss. Damit stehen sie in der zweiten Pokalrunde, die am 16. November ausgetragen wird.
Dann könnte ein neuer Pinguins-Stürmer dabei sein. Von Dienstag an nehmen die Pinguins einen Kandidaten im Probetraining unter die Lupe der helfen soll, die verletzungsbedingten Ausfälle zu kompensieren. Wer das ist, verriet Pinguins-Teammanager Alfred Prey nicht. (ber/lb)
Pinguins: Tor: Suvelo, (Staudt); Abwehr: Thomas, Fatyka – Hucko, Slaton – Teljukin, Janke – Petermann; Angriff: Dejdar, Stanley, Kopecky – Kreuzer, Kosick, Saurette – S. Janzen, A. Janzen, Schlicht – Verelst, Gunkel, Litesov
Tore: 1:0 (8.) Christ (Klinge, Valenti); 1:1 (14.) Saurette (ohne Ass.); 2:1 (43.) Klinge (Christ, Sikora); 2:2 (47.) Litesov (Gunkel, Thomas); 2:3 (47.) Kopecky (Dejdar, Slaton); 3:3 (48.) Klinge (ohne Ass.); 3:4 (53.) Stanley (Fatyka, Kopecky); 4:4 (55.) Klinge (Christ, Sikora); 4:5 (56.) A. Janzen (Litesov)
Strafzeiten: Kassel: 6 Minuten – Pinguins: 6 Minuten
Zuschauer: 3075 – Schiedsrichter: Markus Krawinkel (Moers)
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