
Fast jeder Mensch fühlt sich einmal niedergeschlagen und antriebslos. Ab wann spricht man von einer Depression?
Normale Stimmungsschwankungen lassen sich in aller Regel klar von einer Depression abgrenzen. Um von einer Depression zu sprechen, müssen ganz bestimmte Krankheitszeichen vorliegen – und zwar über mindestens zwei Wochen. Es gibt drei Kernsymptome: gedrückte Stimmung, Interessen- und Freudlosigkeit sowie ein reduzierter Antrieb.
Was sind die Ursachen für eine Depression? Wodurch wird sie ausgelöst?
Meist kommen mehrere Risikofaktoren psychologischer, biologischer oder sozialer Natur zusammen. Biologische Risikofaktoren sind beispielsweise in den Genen, in spezifischen Eiweißen oder in Botenstoffen des Körpers zu finden. Nicht nur die Botenstoffe des Gehirns wie das Serotonin, sondern auch Botenstoffe des Hormonsystems und des Immunsystems spielen eine wichtige Rolle bei der Depressionsentstehung. Auch die Persönlichkeit eines Menschen kann einen „Risikofaktor“ darstellen. Dabei spielen negative Denkmuster und Probleme mit dem Selbstwertgefühl eine wichtige Rolle.
Was kann ich als Angehöriger tun, um einem depressiv Erkrankten zu helfen?
Angehörige sollten den Betroffenen unbedingt darauf ansprechen und ihm dabei helfen, professionelle Hilfe aufzusuchen. Oft hilft es einem Erkrankten, wenn ein Angehöriger einen Termin ausmacht und ihn zum Arzt begleitet, denn krankheitsbedingt schaffen viele Betroffene das nicht alleine. Auch wenn die Diagnose Depression gestellt wurde, sind Angehörige sehr wichtig: Sie können im Alltag helfen, die Behandlung unterstützen und dem Betroffenen immer wieder zeigen „Ich bin für dich da“.
Was bedeutet Psychotherapie im Falle einer Depression?
Bei Depression hat sich die kognitive Verhaltenstherapie bewährt. Dabei geht es etwa um die Strukturierung des Tages, den Aufbau angenehmer Aktivitäten, aber auch um die Veränderung negativer Einstellungen und automatischer Gedanken, die bei Depressionen meist auftreten.
Was taugen frei verkäufliche Medikamente wie Johanniskraut-Extrakt und andere?
Die Wirksamkeit ist hier unterschiedlich, in jedem Fall sollte dazu ein Facharzt konsultiert werden.
Abgesehen vom Hausarzt – an wen kann ich mich wenden?
Neben dem Hausarzt als erste Anlaufstelle stehen Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Nervenheilkunde oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapeuten als Ansprechpartner zur Verfügung. Beratung zu verschiedenen Anlaufstellen und Angeboten bietet auch der sozialpsychiatrische Dienst vor Ort, an den sich sowohl Betroffene wie auch Angehörige wenden können. (rn)
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